Was Somalias Militärabkommen mit Saudi-Arabien bedeutet
28. Februar 2026
Es ist ein neues Kapitel in der Verteidigungszusammenarbeit, das der somalische Verteidigungsminister Ahmed Moallim Fiqi Anfang Februar vollzog: Er habe mit dem saudi-arabischen Prinz Khalid Bin Salman in der saudischen Hauptstadt Riad ein Militärabkommen unterzeichnet, teilte das Verteidigungsministerium auf X mit.
Genaue Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. Aber die Botschaft war deutlich: "Die Absichtserklärung stärkt die verteidigungspolitische und militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern und umfasst mehrere Bereiche von gemeinsamem Interesse", so das somalische Verteidigungsministerium.
Prinz Khalid Bin Salman postete seinerseits auf X zu dem Abkommen: "Wir haben Themen im Zusammenhang mit der Zukunft der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie besprochen und die Chancen erkannt." Zuvor hatte der Prinz Verteidigungsbeamte aus Somalia, der Slowakei, Malaysia und Südkorea getroffen.
Das Militärabkommen Somalias mit Saudi-Arabien kommt zu einem interessanten Zeitpunkt: Kurz vor dem Jahreswechsel hatte Israel angekündigt, das nordsomalische Gebiet Somaliland, das sich seit Jahrzehnten selbst verwaltet, als unabhängigen Staat anzuerkennen. Somalia hatte den Schritt Israels scharf verurteilt und Israel bezichtigt, sich in die inneren Angelegenheiten Somalias einzumischen.
Bereits im vergangenen Monat meldete die staatliche somalische Nachrichtenagentur, dass Somalia einen Verteidigungspakt mit Katar unterzeichnet habe, der ebenfalls auf eine "Stärkung der militärischen Beziehungen und der Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich" abzielt. Nach Angaben der Agentur konzentriert sich das Abkommen auf Fragen der militärischen Ausbildung und der Sicherheit.
Golfstaaten wetteifern um Einfluss
Der ehemalige BBC-Redakteur für Somalia und Analyst für das Horn von Afrika, Abdullahi Abdi Sheikh, erklärte gegenüber der DW, dass das Abkommen für beide Länder viel bedeute: "Für Saudi-Arabien bedeutet es eine Ausweitung seines Einflusses und seiner Reichweite auf den Golf von Aden. Dieser grenzt an die Meerenge Bab-el-Mandeb an, die für den Welthandel von entscheidender Bedeutung ist", erklärte er. Mindestens 10 Prozent des weltweiten Schiffsverkehrs passieren die Meerenge zwischen dem Golf von Aden und dem Roten Meer und letztlich dem Suez-Kanal.
"Saudi-Arabien versucht, seinen Einfluss auf Somalia auszuweiten, und Somalia versucht, von dem neuen Engagement mit Saudi-Arabien zu profitieren, insbesondere nachdem sich die Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten verschlechtert haben", sagte Abdi Sheikh gegenüber der DW.
Im letzten Jahr sind die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zu einem einflussreichen Akteur am Horn von Afrika geworden. Dies geschah in Form von milliardenschweren Investitionen, solider Diplomatie und diskreter militärischer Unterstützung. VAE und Saudi-Arabien konkurrieren um die Vorherrschaft am Golf - sei es im gemeinsamen Nachbarland Jemen, oder eben am gegenüberliegenden Ufer, am Horn von Afrika.
Auf dem Gipfeltreffen der Afrikanischen Union sagte ein hochrangiger Diplomat zu Reuters: "Saudi-Arabien ist aufgewacht und hat erkannt, dass sie das Rote Meer verlieren könnten." Analyst Abdi Sheikh ist der Ansicht, dass das militärische Abkommen Somalia dabei helfen wird, seine eigene maritime Sicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig seinen Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen.
"Es trägt auch dazu bei, den Einfluss von Ländern zu verringern, die die Anerkennung Somalilands durch Israel gutheißen", sagt Sheikh. Somalia hat die VAE beschuldigt, Israel dabei zu unterstützen, Somaliland als unabhängigen Staat anzuerkennen, was das Land als Verletzung seiner Souveränität betrachtet. Im Januar kündigte Somalia alle Vereinbarungen mit den VAE auf, einschließlich Hafenoperationen, Sicherheits- und Verteidigungsabkommen.
Sheikh beschreibt das Abkommen Somalias mit Saudi-Arabien als "einen Schachzug gegen Israel und jene, die es als dessen Verbündeten ansieht". Der somalische Präsident Hassan Sheikh Mohamud erklärte, dass Somalia die Einrichtung eines israelischen Stützpunktes in Somaliland niemals zulassen werde, und kündigte an, sich jedem Schritt in diese Richtung entgegenzustellen.
Wichtige politische Unterstützung für Somalia
Hassan Hilowle Abukar, ein somalischer Sicherheitsanalyst, erklärt gegenüber der DW: "Die mit Saudi-Arabien unterzeichnete Zusammenarbeit bringt viele Vorteile mit sich, die es uns ermöglichen werden, diese und andere Probleme anzugehen." Er verweist darauf, dass Somalia seit Jahrzehnten mit Instabilität und Gewalt durch Aufständische, insbesondere durch Al-Shabab, zu kämpfen hat.
Ausbildung, Ausrüstung und Professionalisierung der somalischen Armee würden die Verteidigungskapazitäten Somalias stärken und die Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung verbessern, weil beide Länder Informationen austauschen würden, erklärt Abukar weiter.
Und auch auf den Straßen von Mogadischu hörte die DW Zuspruch für das Abkommen, zumal zu diesem Zeitpunkt: "Die Souveränität und territoriale Integrität wurden durch Israels Anerkennung von Somaliland auf die Probe gestellt", sagte Mohamed Abdullahi. Das Abkommen biete über militärische Hilfe hinaus auch wichtige politische Unterstützung.
Mohammed Kahiye in Mogadischu hat zu diesem Artikel beigetragen. Dieser Artikel wurde aus dem Englischen adaptiert.