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Weiter weltweit Internet-Probleme wegen PHP-Sicherheitslücke

22. Oktober 2026

Bei den Betreibern von Internetseiten herrscht weiterhin Furcht, dass Kriminelle die neu entdeckte Sicherheitslücke in der wichtigen Programmiersprache PHP nutzen. Offenbar gab es bereits Millionen Hackerangriffe.

Symbobild: Netzwerkkabel mit einem Knoten auf einer Tastatur (17.03.2015)
Die Internet-Probleme wegen der PHP-Sicherheitslücke sind noch nicht vollständig behoben (Symbolbild)Bild: WSF/Zoonar/IMAGO

Nach Einschätzung von Experten ist die Befürchtung, die Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP könnte Cyberkriminelle auf den Plan rufen, mehr als berechtigt. Weltweit habe es bereits Millionen Versuche von Hackern gegeben, die Schwachstelle bei PHP auszunutzen, sagte der Chef des US-amerikanischen IT-Unternehmens und Servernetzwerks Cloudflare, Matthew Prince, dem britischen Sender Sky News.

PHP ist eine viel genutzte Programmiersprache, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert: von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie Wordpress. Alle könnten durch die Sicherheitslücke eine gefährliche offene Flanke haben.

Auch auf der offiziellen Webseite der PHP-Entwickler gab es eine Sicherheitswarnung Bild: Volodymyr Sindieiev/picture alliance

Deutschlands Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gab eine offizielle Cybersicherheitswarnung heraus. Von der Schwachstelle gehe großes Bedrohungspotenzial aus. Mehrere Bundesländer sowie deutsche Kommunen, Behörden, Universitäten und Krankenhäuser nahmen daraufhin vorsorglich ihre Webseiten vorübergehend vom Netz.

"Systeme, für die aktuell noch kein Sicherheitsupdate eingespielt werden konnte, dürfen unter keinen Umständen weiter am Netz bleiben", sagte der IT-Sicherheitsexperte Christoph Fischer der Deutschen Presse-Agentur. Er forderte ein drastisches Durchgreifen der Betreiber. "Jede ungeschützte PHP-Anwendung ist in diesem Moment eine offene Tür für Kriminelle."

"KI macht aus Schwachstellen echte Einfallstore"

Das BSI und der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) rieten zur umgehenden Installation des Sicherheitsupdates, das noch am Mittwoch zur Verfügung gestellt wurde. Gelinge es nicht, dieses schnell zu installieren, sollten die Internetseiten vorsorglich abgeschaltet werden, rieten beide Behörden. Sonst könnten Cyberangreifer Server ohne ein Passwort übernehmen.

BSI-Vizepräsident Thomas Caspers warnte zudem Internetnutzer vor kompromittierten Webseiten. Grundsätzlich besteht beim alltäglichen Surfen auf dem Smartphone oder PC zunächst kein direkter Handlungsbedarf, da sich die Sicherheitslücke nicht auf Endgeräten befindet, sondern auf den Servern im Hintergrund.

"Wir erleben einen Wendepunkt": Bundestagsabgeordneter Marc Henrichmann (Archivbild)Bild: Michael Kappeler/dpa/picture alliance

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste des Bundestages, Marc Henrichmann, warnte vor einer neuen Dimension der Cyberbedrohung. "Wir erleben einen Wendepunkt", sagte der Politiker von der konservativen CDU dem "Handelsblatt". Künstliche Intelligenz mache aus Schwachstellen, die bisher als kaum ausnutzbar gegolten hätten, in kurzer Zeit "echte Einfallstore".

Deutsche Webseiten erst teilweise wieder am Netz

In Deutschland gibt es weiterhin Probleme im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dort waren auch am Donnerstagvormittag beispielsweise der Internetauftritt der Landesregierung und mehrerer Ministerien noch nicht erreichbar. Etliche Online-Services der nordrhein-westfälischen Polizei waren dagegen wieder am Netz. "Nach intensiven Arbeiten konnten die Seiten wieder in Betrieb genommen werden", teilte das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste des westdeutschen Bundeslands mit.

Zahlreiche deutsche Städte und Behörden nahmen ihre Webseiten wegen der Sicherheitslücke vom NetzBild: Marc John/Bonn.digital/picture alliance

In der deutschen Hauptstadt Berlin wurde in der Nacht mitgeteilt, die Internetseiten der S-Bahn stünden wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Hingegen hieß es auf der Webseite der Freien Universität Berlin, die IT-Dienste seien vorsorglich eingeschränkt.

In Baden-Württemberg im Süden Deutschlands waren teils Hinweise auf Wartungsarbeiten zu lesen. "Die Maßnahme dient dem vorsorglichen Schutz der Infrastruktur, bis die Entwickler die erforderlichen Sicherheitsupdates bereitstellen", teilte das Staatsministerium mit. 

Wieder freigeschaltet waren indes viele Internetseiten in den südwestdeutschen Bundesländern Rheinland-Pfalz und Saarland. Auch im ostdeutschen Bundesland Thüringen waren zahlreiche Webauftritte wieder online, darunter die von Staatskanzlei, Landespolizei und Innenministerium.

gri/AR (dpa, AFP)

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