Von Paris über Helsinki bis Berlin: In über 100 Ländern wird alljährlich am 27. März der Welttheatertag gefeiert. Grund genug für uns, Ihnen einige beeindruckende Theaterhäuser vorzustellen.
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Einmal um die Welt: Zum Welttheatertag werfen wir einen Blick auf einige der imposantesten Theater- und Opernhäuser. Von der Comédie-Française über die Metropolitan Opera bis zum Moskauer Bolschoi.
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Dionysostheater
Kultische Gesangs-, Tanz- und Opferriten zu Ehren des Dionysos, dem Gott des Weines und der Ekstase, stehen am Anfang des Theaters. Aus den antiken Dionysien entwickelte sich die griechische Tragödie. Laut Aristoteles (384-322 v. Chr.) soll sie durch Mitleid und Schaudern eine reinigende Wirkung bei den Zuschauern erzeugen. Die Vertreter der Klassik besannen sich auf Aristoteles' Dramentheorie.
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Comédie-Française
Autoren wie Pierre Corneille, Voltaire oder Jean Racine zählen zu den bedeutendsten Vertretern der französischen Klassik. So war es Racines Tragödie "Phèdre", die als erstes Stück in der 1680 gegründeten Comédie-Française in Paris aufgeführt wurde. Berühmt ist das Haus bis heute besonders für seine Molière-Inszenierungen. Daher auch der Spitzname "La Maison de Molière".
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Burgtheater
1888 eröffnete gegenüber des Wiener Rathauses das Burgtheater. Kaiserin Maria Theresia (1717-1780) hatte die Gründung des Theaters 1741 angestoßen. Heute beherbergt der Bau im Stile des Neobarock das größte deutschsprachige Sprechtheater. Die Wiener nennen ihr Theater häufig nur "Die Burg", seine Ensemblemitglieder heißen "Burgschauspieler".
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Semperoper
Die Dresdner Semperoper - benannt nach Gottfried Semper, der übrigens auch das Burgtheater entwarf - öffnete ihre Tore 1878 mit Carl Maria von Webers "Jubel-Ouvertüre" und Goethes "Iphigenie auf Tauris". Später feierte Richard Wagner zahlreiche Opernpremieren in dem prunkvollen Haus und stand der Sächsischen Staatskapelle mehrere Jahre als Hofkapellmeister vor.
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Royal Opera House
Aufgrund zweier verheerender Brände im 19. Jahrhundert betreten Theaterbesucher im Londoner Bezirk Covent Garden inzwischen das bereits dritte Gebäude der königlichen Oper. Einer, der hier lange wirkte, war Georg Friedrich Händel - sowohl als Komponist als auch als Organist. Manche seiner Opern und Oratorien schrieb er eigens für die Royal Opera und brachte sie dort zur Uraufführung.
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Bolschoi
Attentate, Legenden, aber vor allem Ruhm prägen die Geschichte von Russlands berühmtesten Theater für Oper und Ballett, dem Bolschoi in Moskau. Mit über 200 Tänzerinnen ist seine Balletttruppe die größte der Welt - und eine der besten. Besonders die Aufführungen von Tschaikowskis "Schwanensee" sind bei den Zuschauern beliebt. 2011 wurde das Theater nach jahrelanger Sanierung wiedereröffnet.
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Teatro La Fenice
Der Begriff "Fenice" (dt. Phönix) ist keineswegs zufällig. Gewählt wurde er, weil das venezianische Opernhaus einst abbrannte und neu errichtet werden musste. Aber auch auf die Freimaurer spielt er an, die an dem Neubau beteiligt waren: So stellt der Phönix als Sonnenvogel ein passendes Symbol der Aufklärung dar. Giuseppe Verdi feierte in dem Opernhaus mehrere Premieren.
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Metropolitan Opera
Die Metropolitan Opera, kurz Met, hatte seit 1880 ihren Sitz am Broadway. Erst 1966 zog sie an den Lincoln Square. Das New Yorker Opernhaus ist eines der renommiertesten der Welt, was nicht zuletzt zahlreichen berühmten Sängern und Dirigenten zu verdanken ist, darunter Gustav Mahler. 1910 leistete die Met außerdem Pionierarbeit, indem sie erstmals eine Opernaufführung im Rundfunk übertrug.
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Sydney Opera House
Gewiss eines der optisch auffälligsten Opernhäuser der Welt: die Oper der australischen Metropole Sydney. 1973 nach dem Entwurf des dänischen Pritzker-Preisträgers Jørn Utzon fertiggestellt, ist sie heute eine der Touristenattraktionen schlechthin. Anfangs führte ihr Design jedoch zu einigen Kontroversen. Die Australier bezeichneten sie als "dänische Törtchen" oder "sich liebende Schildkröten".
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Die Idee kommt aus Finnland: Die Skandinavier schlugen 1961 beim IX. Internationalen Theater-Kongress Wien vor, einen Welttheatertag einzuführen, und ihre Kollegen aus aller Herren Länder zeigten sich begeistert von der Idee. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen, der Eröffnungstag des Festivals "Theater der Nationen" in Paris, der 27. März, als Welttheatertag festgelegt. Schon im ersten Jahr gab es zahlreiche Sonderveranstaltungen und publikumswirksame öffentliche Aktionen – und das vielfach auch in Ländern, wo es damals noch gar keine Internationale Theaterinstitut (ITI)-Zentren gab.
Tag der Offenen Tür und ein Preis
In Deutschland öffnen die Theater ihre Häuser zum "Tag der offenen Tür" und bieten ihrem Publikum einen Blick hinter die Kulissen der schillernden Theaterwelt. Einen undotierten Preis für eine herausragende Persönlichkeit des Theaterlebens gab es auch: 2018 ging er an den Schauspieler und Theaterregisseur Viktor Bodó, der seit einem Jahrzehnt an deutschsprachigen Bühnen von Köln bis Graz und Basel arbeitet.
Mit seiner Wahl wolle man ein kulturpolitisches Zeichen setzen, so die Jury. "Denn so sehr wir uns über die Entwicklung einer transnationalen europäischen Kulturlandschaft auch freuen mögen, so kann dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie vielfach aus Not und als Fluchtbewegung entsteht." Kultur würde in vielen europäischen Ländern marginalisiert und insbesondere die deutschsprachigen Länder seien vielfach unfreiwilliger Fluchtpunkt für andernorts bedrohte Künstler, sagte ITI-Präsident Joachim Lux. "Viktor Bodó ist ein herausragender Regisseur, der in Ungarn kaum mehr Arbeitsmöglichkeiten hat."Die Botschaft des Theaters
Preisträger 2018: der ungarische Regisseur und Schauspieler Viktor Bodó Bild: Imago/Drama-Berlin.de
"Theater lebt aus seinem Kulturen übergreifenden und verbindenden Charakter", heißt es auf der Homepage des deutschen ITI. Ein Gedanke, den Theaterleute verinnerlicht haben und seit Bestehen des Internationalen Welttheatertages mittels ausgesuchter Botschafter der Welt vermitteln. International renommierte Theaterleute wie Jean Cocteau, Arthur Miller, Laurence Olivier, Pablo Neruda und Vaclav Havel haben im Laufe der Jahre schon ihre "Botschaften" verlesen, "in denen sie sich auf Bitten des ITI "mit Bedeutung und Wirkung der Bühnenkunst im gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzen."
2018 melden sich Werewere Liking aus der Elfenbeinküste, Maya Zbib aus dem Libanon, der Inder Ram Gopal Bajaj, der Brite Simon McBurney und die Mexikanerin Sabina Berman zu Wort: Ihre Überlegungen sind in vielen Übersetzungen auch auf den Homepages der ITI nachzulesen, unter anderem dieses Statement von Maya Zbib:
"Durch die Kraft des Geschichtenerzählens und der Imagination lernen wir vom Theater, einander und die Welt in einem neuem Licht zu sehen, denn inmitten überwältigender Ignoranz und Intoleranz öffnet es einen Raum für gemeinsames Nachdenken."