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Kriminalität

Weniger Piraterie auf den Weltmeeren

10. Januar 2018

Die gute Nachricht zuerst: Die Piraterie auf See ist auf dem Rückzug. Grund zur Entwarnung gibt es allerdings nicht: Immer noch 180 Fälle meldete das Internationale Schifffahrtsbüro für 2017.

Pirattenflagge
Bild: picture-alliance/dpa/V. Heinz

Wie das Internationale Maritime Bureau (IMB), eine Unterabteilung der Internationalen Handelskammer (ICC), mitteilte, wurden im vergangenen Jahr 136 Schiffe geentert. Es gab 22 versuchte Attacken, 16 Schiffe gerieten unter Beschuss, in sechs Fällen wurde die Besatzung entführt. Dazu wurden 91 Seeleute als Geiseln genommen und 75 von ihren Schiffen entführt. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 hatte es 445 Überfälle auf Handelsschiffe gegeben.

Vor Afrikas Küsten bleibt es gefährlich

Als besonders riskant gilt nach wie vor der Golf von Guinea und hier besonders die Küstengewässer vor Nigeria. Der Direktor des Internationalen Schifffahrtsbüro, Pottengal Mukundan, hob allerdings die Kooperationsbereitschaft der nigeranischen Regierung hervor. Die Behörden in Lagos hätten in vielen Fällen interveniert und eine Eskalation verhindern können.

Dass in den Gewässern vor der Küste Nigerias Piraten ihr Unwesen treiben, musste Ende Oktober 2017 auch eine Hamburger Reederei erfahren. Sechs Besatzungsmitglieder des deutschen Containerschiffes wurden verschleppt. Erst nach drei Wochen kamen sie wieder auf freien Fuß.

Gefährlich bleibt für die Schifffahrt auch die Region vor der Küste Somalias. Im November versuchten Piraten rund 280 Seemeilen östlich der Hauptstadt Mogadischu, ein Container-Schiff in ihre Gewalt zu bringen. Der Angriff konnte abgewehrt werden. IMB-Direktor Mukundan zeigte sich dennoch besorgt. Die Attacke zeige, dass Handelsschiffe auch weit vor der Küste Somalias durch Piraterie gefährdet seien.

Philippinen geben Anlass zur Sorge

Eine gemischte Bilanz zieht das IMB für den südostasiatischen Raum. In Indonesien sei die Zahl der Piratenüberfälle zurückgegangen. 2017 habe es noch 43 Fälle gegeben, die indonesische Marine gehe effektiv gegen die Seeräuberei vor. In den Gewässern rund um die Philippinen gebe die Entwicklung allerdings Anlass  zur Sorge.

Die Zahl der Piratenüberfälle habe sich dort gegenüber 2016 mehr als verdoppelt. 2016 habe es zehn solcher Vorfälle gegeben, im abgelaufenen Jahr hätten die Behörden in Manila 22 Fälle gemeldet. Betroffen von Seeräuberei seien zumeist Schiffe gewesen, die in Häfen lagen.

haz/se (ICC, International Chamber of Commerce)

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