Weniger Pleiten in diesem Jahr
29. November 2012
Etliche Pleiten großer Unternehmen wie Schlecker und Neckermann haben dieses Jahr die Zahl der bedrohten Jobs und die Schäden für Gläubiger stark in die Höhe getrieben, teilte die Wirtschaftsauskunftei Creditreform in Frankfurt am Main mit. Die Schäden lagen mit 38,5 Milliarden Euro um 17 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert. Insgesamt waren von den Pleiten 346.000 Arbeitnehmer betroffen, 46,6 Prozent mehr als 2011.
Im zu Ende gehenden Jahr war aber die Zahl der Firmen- und Verbraucherinsolvenzen in Deutschland rückläufig. Sie sank bei Unternehmen um 2,1 Prozent auf 29.500, erklärte Creditreform. Besonders betroffen waren nach wie vor wieder einige Risikobranchen, etwa Kurierdienste, Kneipen oder Videotheken. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ging um 1,7 Prozent auf 101.500 zurück. Das sei aber nur die Spitze des Eisberges, hieß es. Rund 6,6 Millionen Erwachsene seien überschuldet, also jeder Zehnte.
Für 2013 Pleitewelle erwartet
Die Schuldenkrise hinterlässt nach Einschätzung der Experten erste Schleifspuren. Die deutsche Wirtschaft müsse sich 2013 auf eine Pleitewelle einstellen. Für das kommende Jahr geht Creditreform von 30.500 Unternehmenspleiten aus. Voraussichtlich werde es aber weniger Großpleiten geben als in diesem Jahr. Die Zahl der privaten Insolvenzen wird der Prognose zufolge auf 130.000 steigen.
Besonders die Entwicklung bei jungen Leuten sei besorgniserregend. Auch in wirtschaftlich schwachen Regionen sei die Situation sehr schlecht. Die sinkende Arbeitslosigkeit hilft nach Ansicht von Creditreform nur bedingt, weil die Gehälter für die neu geschaffenen Jobs oft niedrig sind.
Lo/duk (afpd, dapd)