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USA schränken Drohnen-Angriffe ein

5. Februar 2014

Um Friedensgespräche der Regierung in Islamabad mit den Taliban nicht zu gefährden, haben die USA die Zahl ihrer Drohnenangriffe auf Extremisten in Pakistan nach einem Zeitungsbericht stark zurückgefahren.

US-Drohne vom Typ RQ-1 Predator (Foto:dpa)
Bild: picture alliance/dpa

Pakistan habe um Zurückhaltung gebeten, solange die Regierung in Islamabad sich um Verhandlungen mit den radikal-islamischen Taliban bemühe, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf einen Vertreter der US-Regierung. Hochrangige Angehörige des Terrornetzes Al-Kaida würden aber weiter angegriffen, wenn sie aufgespürt würden. Auch im Fall einer unmittelbaren Bedrohung gegen US-Bürger würden die Drohnen weiter Angriffe fliegen, zitierte die Zeitung den Regierungsvertreter.

Oft auch Zivilisten unter den Opfern

Die Drohnenangriffe des US-Militärs auf pakistanischem Boden sind umstritten, da es immer wieder Opfer unter Zivilisten gibt. Die unbemannten Flugobjekte, die Raketen abfeuern, werden insbesondere im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan eingesetzt, das als Rückzugsgebiet der radikal-islamischen Taliban und der Al-Kaida gilt. Alle Regierungen in Islamabad, auch die jetzige von Ministerpräsident Nawaz Sharif, haben verbal ein Ende dieser Angriffe verlangt, sie aber gleichzeitig toleriert.

US-Präsident Obama (vorne) und Pakistans RegierungschefBild: SAUL LOEB/AFP/Getty Images

Unter Präsident Barack Obama sind Drohnenangriffe zum bevorzugten Mittel der USA im Anti-Terrorkampf geworden. Auch in Afghanistan, Somalia und im Jemen gibt es solche Einsätze.

Im November 2013 war der damaligen Anführer der pakistanischen Taliban (TTP) Hakimullah Mehsud bei einem US-Drohnenangriff getötet worden. Die Extremisten ließen deshalb geplante Friedensgespräche mit der Regierung platzen. Mehsud wurde an der TTP-Spitze durch den Hardliner Mullah Fazlullah ersetzt.

Wut in Pakistan

01:35

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In der vergangenen Woche hatte Sharif eine erneute Friedensinitiative gestartet. Er berief ein vierköpfiges Verhandlungsteam und forderte eine Waffenruhe. Zu einem ersten geplanten Treffen am gestrigen Dienstag kam es aber nicht. Die Taliban warfen der Regierungsdelegation vor, nicht erschienen zu sein. Ihre Unterhändler hätten drei Stunden gewartet. Die Regierung erklärte hingegen, die Zusammensetzung des TTP-Verhandlungsteams sei weiterhin unklar.

wl/qu (rtr,dpa)

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