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13 Luther-Zitate

Klaus Krämer
29. Oktober 2017

Auf den Mund gefallen war der Reformator Martin Luther nicht. Er verstand es brillant, Dinge und Zusammenhänge auf den Punkt zu bringen. Wir stellen einige markante Zitate vor: von A - wie Arbeit bis S - wie Sex.

Martin Luther Wandmalerei

Niemand hat die deutsche Sprache so nachhaltig geprägt wie Martin Luther (1483 - 1546). Vor allem mit der Übersetzung der Bibel aus dem griechischen Grundtext ins Deutsche gelang ihm der große Coup. Er wollte, dass jeder die Bibel auf Deutsch lesen und verstehen kann. Deshalb wählte er eine leicht verständliche und bildhafte Sprache. Sogar neue Wörter schuf er, wenn es keine passenden gab. Mehr als 300 Begriffe, umgangssprachliche Redewendungen und Sprichwörter werden noch heute verwendet. Zum Beispiel Morgenland, Lückenbüßer, Machtwort, Lästermaul, Feuereifer, der Stein des Anstoßes sein, Perlen vor die Säue werfen, sein Licht unter einen Scheffel stellen, Hochmut kommt vor dem Fall, Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis und tanzt.

Die "Weimarer Ausgabe der Werke Martin Luthers" umfasst in etwa 80.000 Seiten in 127 Bänden. Dazu gehören all seine Bücher, aber auch Bibelkommentare, Flugblätter oder Verhandlungsprotokolle. Erhalten blieben fast 2600 Briefe, die er geschrieben hat. Damit ist er der am besten dokumentierte Mensch des Mittelalters überhaupt.

Seinen Maßstab für eine verständliche Sprache hat Luther so formuliert: "Man muss die Mutter im Haus, die Kinder auf der Gassen, den einfachen Mann auf dem Markte drum fragen und denselbigen auf das Maul sehen, wie sie reden..." Luthers verständliche Sprache zieht sich nicht nur durch seine Übersetzungen und sein theologisches Werk. Er pflegte sie auch, wenn er Alltägliches, Gesellschaftliches oder Emotionales beurteilte und zur Sprache brachte. Wer Martin Luther in seinem vielfältigen Wirken inhaltlich verstehen will, muss ihn zuallererst als Christ begreifen. Darum zu Beginn einige Zitate zum Glaubensleben.

1. Luther über Gott und Jesus:

Bild: Fotolia/Mike Kiev

"Ein Schluck Wasser oder Bier vertreibt den Durst, ein Stück Brot den Hunger, Christus vertreibt den Tod."

Luthers größtes Anliegen: Den Menschen klarzumachen, wie sie dauerhaft in Gemeinschaft mit Gott leben können. Auf die Frage, wie der sündige Menschen wieder in Kontakt und ins Reine kommt mit seinem Schöpfer, folgt diese bahnbrechende Erkenntnis von 1517: "Allein Christus macht mich gerecht, ohne all meiner Werke Zutun und ohne all meiner Sünden Verhinderung." Mit anderen Worten: Schon der Glaube an und das Vertrauen auf Jesus Christus, den Sohn Gottes, genügt dazu. Nach Ansicht Luthers ist er die Schlüsselperson. "Wer Gott in Jesus Christus nicht findet, der findet ihn nimmermehr, er suche ihn, wo er wolle." Für Luther ist klar: "Wenn wir Christus haben, so haben wir alles, was unser Herz begehrt.

2. Luther über den Glauben:

Bild: picture-alliance/dpa/H. Schmidt

"Glaube ist eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade. Und solche Zuversicht macht fröhlich, mutig und voll Lust zu Gott und allen Geschöpfen."

Der Reformator ist außerdem davon überzeugt: "Glaube und Liebe ist das ganze Wesen eines Christen. Der Glaube empfängt, die Liebe gibt."

Eine weitere seiner Kernaussagen ist nur deshalb möglich, weil Luther fest auf dem Fundament des christlichen Glaubens steht. In seinem Buch "Von der Freiheit eines Christenmenschen" definiert er 1520 erstmals die evangelische Freiheit: "Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan." Diese beiden widersprüchlich anmutenden Sätze gehen zurück auf eine Aussage des Apostels Paulus im Neuen Testament. "Ich bin frei in allen Dingen und hab mich zu eines jeden Knecht gemacht." Die insgesamt 30 Thesen von Luthers Buch markieren eine geistesgeschichtliche Grenze zwischen Mittelalter und Neuzeit.

3. Luther über die Bibel:

Bild: picture alliance/ZB/P. Pleul

"Landstraße ist sicher, Holzweg ist gefährlich. Gottes Wort führet zum Leben, aber Eigendünkel (Selbstgefälligkeit) zum Tode."

Für Martin Luther ist demnach also das Wort Gottes, die Bibel, wie eine Straße, die zum Leben führt - am Ende sogar zum ewigen Leben. Nach vielen Jahrzehnten des intensiven Bibelstudiums resümiert er: "In der Bibel redet Gott selbst mit uns wie ein Mensch mit seinem Freunde." Außerdem hat der Theologe diese Erfahrung gemacht: "Die Heilige Schrift ist ein Kräutlein; je mehr du es reibst, desto mehr duftet es. Wie das Wort ist, so wird auch die Seele davon."

In einem anderen Bild charakterisiert Luther die Bibel als ein Buch, das voller Überraschungen steckt: "Die Heilige Schrift ist ein Fluss, in dem ein Elefant schwimmen muss und ein Lamm gehen kann." All jenen, die damit nichts anzufangen wissen, empfiehlt er: "Es ist mit Gottes Wort nicht zu scherzen. Kannst du es nicht verstehen, so ziehe den Hut vor ihm ab." Also: Ehrerweisung, statt Spott. Für Luther gibt es keinen Zweifel: "Die Bibel ist nicht antik, auch nicht modern, sie ist ewig."

4. Luther über das Beten:

Bild: Reuters/Cohen

"Christen, die beten, sind wie Säulen, die das Dach der Welt tragen."

Luther ist davon überzeugt, dass Beten, also das Sprechen mit Gott, dessen Entscheidungen beeinflussen und somit die Welt zum Guten verändern kann - im Großen, wie im Kleinen. Und deshalb gibt er immer wieder Ratschläge zum Beten: "Ein gutes Gebet soll nicht lang sein, auch nicht lange hingezogen werden, sondern es soll oft und herzlich sein." Ein anderes Mal empfiehlt er: "Bete so, als würde jedes Arbeiten nichts nutzen und arbeite so, als würde jedes Gebet nichts nutzen."

Luther plädiert also für einen häufigen Austausch mit Gott, ganz gleich in welcher Situation sich ein Mensch gerade befindet: "Darum lobten die alten Väter die Stoßgebetlein, die man mit einem Wort oder zwei hinaufseufzt zum Himmel. Das kann man auch tun, wenn man liest, schreibt oder eine andere Arbeit verrichtet." Und für stressige Zeiten hat Luther diesen Rat: "Heute habe ich viel zu tun, deswegen muss ich viel beten."

5. Luther über den Sinn der Arbeit:

Bild: picture-alliance/dpa/H. von Heydenaber

"Von Arbeit stirbet kein Mensch. Aber von Ledig- und Müßiggehen kommen die Leute um Leib und Leben; denn der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen."

Mit solchen Aussagen legt Luther die ersten Fundamente einer protestantischen Arbeitsethik. Der zufolge ist Arbeit eine Pflicht, die man nicht infrage stellen darf. Also warnt der Reformator: "Es ist die größte Versuchung, dass niemand seinen Beruf treulich erfüllt, sondern alle sich der Muße ergeben wollen." Provokant interpretiert, heißt das: Wer zu wenig arbeitet und sich stattdessen zu viel Freizeit genehmigt, sündigt. Nach damaliger Sicht der Dinge bildet Arbeit den Mittelpunkt des Lebens - Freizeit ist nachrangig.

Allerdings, so Luther, tut der Mensch gut daran, die Arbeit nicht für sich zu betrachten: "Der Mensch soll und muss arbeiten und etwas tun, aber doch daneben wissen, dass ein anderer ihn ernährt als seine Arbeit, nämlich Gottes Segen." Doch betont Luther auch, wie wichtig von der Arbeit losgelöste Dinge sind: "Man kann Gott nicht allein mit Arbeit dienen, sondern auch mit Feiern und Ruhen."

6. Luther über die Lüge:

Bild: Getty Images/R.Sullivan

"Eine Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er."

Ein Vergleich, den vermutlich jeder versteht, denn: Wer hat noch nie die Unwahrheit gesagt und die Folgen erlebt? Ein andermal vergleicht der Theologe die Lüge mit jenem Tier, das in der Bibel für die Verführung steht: "Die Schlange ist das Abbild der Lüge, denn sie windet sich immer, ob sie läuft oder ob sie liegt; nur wenn sie tot ist, ist sie gerade." Also ein Appell, sich stets für die Wahrheit zu entscheiden - auch deshalb, weil die in einem unmittelbaren Verhältnis zum Gewissen steht. Deshalb lautet Luthers Rat: "Hüte dich vor einem schlechten Gewissen! Du weißt noch nicht, was da für ein böser Wurm ist. Er wird dich nagen und beißen dein Leben lang."

7. Luther über Reichtum und Geld:

Bild: pixelio/T. Wengert

"Reichtum ist das geringste Ding auf Erden und das allerkleinste Geschenk, das Gott dem Menschen geben kann. Darum gibt unser Herrgott gewöhnlich Reichtum den groben Eseln, denen er sonst nichts gönnt."

Ob dieser Aphorismus eine Lebenserfahrung Luthers ist oder ob er dabei einen Bibelabschnitt im Kopf hat? Immerhin übersetzt er im Neuen Testament (Matthäus 6, 19-21) eine Aussage von Jesus so: "Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo Motten und Rost sie fressen und wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motten noch Rost sie fressen und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz." Ein dazu passendes Luther-Zitat geht sinngemäß so: "Woran du dein Herz hängst, das ist eigentlich dein Gott."

Eine Beobachtung Luthers zum Thema Geld ist so treffend formuliert, dass sie garantiert auch im 21. Jahrhundert die Wahrheitsprobe besteht: "Die Sorge darum, wie man sein Geld erhält, ist die schrecklichste Knechtschaft."

Es ist aber nicht so, dass Martin Luther Reichtum, Besitz und Geld in Bausch und Bogen verdammt - für ihn ist die Einstellung dazu entscheidend: "Gott lässt wohl geschehen, dass du reich bist, aber du sollst dem Reichtum nicht verfallen."

8. Luther über Politik und die Welt:

Bild: Reuters/A. Ismail

"Die Welt ist wie ein trunkener Bauer: Hebt man ihn auf einer Seite in den Sattel, so fällt er auf der anderen Seite wieder herab."

Kaum ist eine politische Krise überwunden, gibt es irgendwo schon wieder eine neue - an diesem Eindruck hat sich seit Luther auch in 500 Jahren nichts geändert. Darum setzt der Theologe auf die Gelehrten aller wissenschaftlicher Disziplinen, damit die Welt und die Gesellschaft einigermaßen im Lot bleiben. Das verdeutlicht diese Hypothese: "Wenn Gott zürnete und alle Gelehrten aus der Welt wegnähme, so würden die Leute gar zu Bestien und wilden Tieren. Da wäre kein Verstand noch Witz, kein Recht, sondern eitel Rauben, Stehlen, Morden, Ehebrechen und Schaden tun."

Doch mit dem Menschenmachbaren allein, ist es für Luther nicht getan. Er weiß: "Die menschliche Vernunft lehrt nur die Hände und die Füße, Gott aber das Herz." Luther meint wohl jene Tugenden, die er als Grundpfeiler des Handelns versteht: "Die vier Haupttugenden hat man gut aufgeteilt: die Mäßigkeit erhält den Leib, die Gerechtigkeit ernährt, die Tapferkeit wehrt, die Weisheit regiert alles."

Persönlichkeiten hochzujubeln, ist nicht Luthers Sache. Der Grund: "Ehren verändert den Charakter, aber niemals zum Guten, und leicht werden Tyrannen daraus." Dafür hat er vielleicht einen wichtigen Rat für alle aktuellen Sozial- und Familienpolitiker: "Bei den Kindern muss angefangen werden, wenn es im Staate besser werden soll."

Was Luther vorgelebt hat, ist die Entschlossenheit, für seine Meinung einzustehen. Als er 1521 vor den Reichstag in Worms zitiert wird, damit er gegenüber dem Kaiser seine reformatorischen Ideen widerruft, weigert er sich. In einer Mischung aus Mut, Entschlossenheit und Gottvertrauen sagt er: "Hier stehe ich. Gott helfe mir. Amen."

9. Luther über Gefühlslagen:

Bild: Fotolia/X n' Y hate Z

"Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupt fliegen, kannst du nicht ändern. Aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern."

Fragt sich nur, wie? Luther wäre nicht Luther, wenn er keine Rezepte gegen Schwermut hätte. So sagt er: "Wer mit dem Geist der Traurigkeit geplagt wird, der soll aufs höchste sich hüten und vorsehen, dass er nicht allein sei." Er macht es noch konkreter: "Wenn ihr angefochten werdet, durch Trübsal und Verzweiflung oder durch eine Gewissensnot, dann esst, trinkt, sucht Unterhaltung, wenn euch die Gedanken an ein Mädchen aufhelfen, so tut so."

Wohlgemerkt: Nur an ein Mädchen denken! Gewissensnot, Anfeindung, Verfolgung - all das hat Luther am eigenen Leib erfahren. Darum weiß er, wenn es ganz hart kommt: "Wer mit Traurigkeit, Verzweiflung oder anderem Herzeleid geplagt wird oder einen Wurm im Gewissen hat, derselbige halte sich ernstlich an den Trost des göttlichen Worts, darnach so esse und trinke er und trachte nach Gesellschaft und Gespräch gottseliger und christlicher Leute, so wird's besser mit ihm werden."

10. Luther über das Reden halten:

Bild: picture alliance/dpa/D. Kalker

"Mit wenigen Worten viel zu sagen, ist eine Kunst. Eine große Torheit aber ist es, viele Worte zu gebrauchen und doch nichts zu sagen."

Für das persönliche Auftreten empfiehlt Luther darum: "Tritt frisch auf! Tu's Maul auf! Hör bald auf!" Luther gesteht: "Ich hasse die Vielredner. Die Wahrheit macht nicht viele Worte." Denen, die wichtige oder interessante Reden zu halten haben, gibt er den Rat: "Eines guten Redners Amt oder Zeichen ist, dass er aufhöre, wenn man ihm am liebsten zuhört." Und für alle, die auf Kirchenkanzeln stehen, hat er diesen Tipp: "Ihr könnt predigen, über was ihr wollt, aber prediget niemals über vierzig Minuten!" Selbst diese Zeitspanne dürfte manchen Zuhörer überfordern.

 11. Luther über die Musik:

Bild: DW/S.Wünsch

"Musik ist die beste Stärkung für einen betrübten Menschen. Dadurch wird das Herz wieder zufrieden, neu belebt und erfrischt."

In der Sprache des 16. Jahrhunderts klingt dieses Luther-Zitat so: "Musica ist das beste Labsal eines betrübten Menschen, dadurch das Herze wieder zufrieden, erquickt und erfrischt wird." Offensichtlich wusste der Reformator um die therapeutische Wirkung der Musik. Neben dem Theologie-Studium genoss er eine musikalische Ausbildung. Mit von ihm gedichteten und komponierten Liedern schafft er später ein neues, überaus erfolgreiches Genre des Kirchengesangs. Manchmal übernimmt er einfach Melodien von Volksliedern, auf die er fromme Texte schreibt.

Dennoch ist die Musik für Luther nur das Zweitwichtigste, denn er unterstreicht: "Nach dem Heiligen Wort Gottes ist nichts so billig und so hoch zu rühmen und loben, als eben die Musica." Obwohl für ihn also die Bibel an erste Stelle steht, konstatiert er: "Musica ist eine halbe Disziplin und Zuchtmeisterin, so die Leute gelinder und sanftmütiger, sittsamer und vernünftiger macht." Außerdem ist Luther überzeugt: "Die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, die den Teufel vertreibt und die Leute fröhlich macht."

12. Luther über Liebe, Ehe und Sex:

Bild: picture-alliance/dpa/F. May

"Die Frau soll dafür sorgen, dass ihr Mann gern nach Hause kommt, und er soll dafür sorgen, dass sie ihn nur ungern wieder gehen lässt."

In Luthers Zitat steckt ein simples Prinzip. Aus später eigener Erfahrung weiß er: "Eine Frau ist der beste Gefährte fürs Leben." Und: "Es ist kein lieber Ding auf Erden denn Frauenliebe, wem sie kann zuteil werden."

Ihm wird sie zuteil - und wie. Erst im Alter von 42 Jahren heiratet der frühere Mönch, der natürlich zölibatär gelebt hatte, die entflohene Nonne Katharina von Bora. Aus der Ehe gehen sechs Kinder hervor. Die Verbindung funktioniert. Und so schwelgt der eheliche Spätzünder: "Nicht um Frankreichs und Venedigs willen würde ich meine Käthe hergeben, denn Gott hat mir eine Frau geschenkt, deren Segnungen soviel größer sind als ihre Schwächen."

Doch in Zeiten räumlicher Distanz und dadurch bedingter sexueller Abstinenz kann sich Luther auch weniger gewählt ausdrücken. Von einer seiner vielen Reisen schreibt er Katharina: "Gebe es Gott, dass ich vor dem Wintereise nach Wittenberg komme, so wollte ich euch stoßen, dass es kracht."

Auch dazu, wie oft es in einer Ehe "krachen" sollte, hat er einen Ratschlag parat: "Die Woche zwier (Kombination aus zwei und vier), der Weiber Gebühr, schadet weder mir noch dir, macht's Jahr einhundert und vier." Übrig geblieben ist heute von diesem Zitat: In der Woche zwei bis vier, schadet weder ihm noch ihr.

Allen, die sich nach einer Braut umschauen - vor 500 Jahren hatte in aller Regel der Mann den aktiven Part - empfiehlt Luther noch dies: "Wenn man heiraten will, soll man nicht nach dem Vater, sondern nach dem Ruf der Mutter des jungen Mädchens fragen. Warum? Weil das Bier im allgemeinen nach dem Fass riecht." In jedem Fall aber kommt es, so Luther, auf die Liebe an: "Es werden viel mehr Arme reich, die im Namen Gottes heiraten, als dass Reiche reich bleiben, die um des Geldes willen heiraten."

13. Luther über dies und das:

Bild: picture-alliance/dpa/F. Gambarini

"Die Begierde ist nach der Erfüllung der Wünsche ebenso ungestillt, wie sie es vorher war."

Einmal quer durchs Leben und zurück - für einen wachen und zugleich mitteilsamen Menschen wie Martin Luther bleiben so manche bedenkenswerte Einzelheiten haften, die für ihn zu Lebensweisheiten werden. Viele davon hat er in seinen rund 7000 Tischreden zur Sprache gebracht:

- "Nichts wird langsamer vergessen als eine Beleidigung und nichts eher als eine Wohltat."

- "Es gibt keine schlimmere Missgunst in der Welt als die der Heuchler. In einem Wegelagerer und in einer Hure ist mehr Barmherzigkeit als in einem Heuchler."

- "Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, bleibt ein Narr sein Leben lang."

- "Der Wein ist stark, der König ist stärker, die Weiber noch stärker, die Wahrheit am allerstärksten."

- "Die Welt schändet immer, was man loben soll, und lobt, was man schänden soll."

- "Die Worte Christi sind immer treffend. Haben Hände und Füße. Sie gehen über alle Weisheit, Ratschläge und List der Weisen hinaus."

 

TV-Thementag: 500 Jahre Reformation. Alles rund um Martin Luther und die Reformation am 31.10.2017 einen ganzen Tag lang bei DW Deutsch und in unserem Online-Special auf dw.com/kultur. Beginn 6 Uhr UTC (7 Uhr MEZ). Livestream: http://www.dw.com/de/media-center/live-tv/s-100817

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