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WGZ-Bank tief im Minus

27. März 2012

Abschreibungen auf europäische Staatsanleihen haben dem Düsseldorfer Bankkonzern WGZ einen Verlust von 240 Millionen Euro eingebracht. Die Bank beklagt, enteignet worden zu sein.

The headquarters of WGZ-Bank are seen in Duesseldorf, Germany, Tuesday Aug. 07, 2007. 07.08.2007.
WGZ-Bank DüsseldorfBild: picture alliance /

Die WGZ-Bank aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf hat im vergangenen Jahr Wertberichtigungen auf europäische Staatsanleihen im Volumen von 700 Millionen Euro verarbeiten müssen. Allein 200 Millionen Euro davon betrafen griechische Papiere. Insgesamt hält die WGZ Staatsanleihen im Wert von drei Milliarden Euro, darunter Papiere aus Irland, Portugal, Spanien, Italien und Griechenland .

Die WGZ-Bank ist Zentralbank von etwa 200 Genossenschaftsbanken im Rheinland und in Westfalen. 2010 hatten die Düsseldorfer noch einen Gewinn 142 Millionen Euro eingefahren, der Verlust für das vergangene Jahr beträgt 240 Millionen Euro. Eine weitere schlechte Nachricht für die WGZ kam am Dienstag aus Frankfurt. Die Genossenschaftliche Versicherungsgruppe R+V, zu deren Großaktionären die WGZ gehört, schreibt ebenfalls Rote Zahlen: Ihre Rückversicherungssparte bescherte R+V wegen des Erdbebens im japanischen Fukushima einen Verlust von 35 Millionen Euro.

Bank beklagt "Enteignung"

Vorerst, teilte die WGZ-Bank am Dienstag mit, wolle sie keine weiteren Staatsanleihen mehr aufnehmen und ihr Anleihengeschäft auf den Prüfstand stellen. Der WGZ- Vorstandsvorsitzende Werner Böhnke beklagte, seine Bank sei zu den Wertberichtigungen gezwungen gewesen und schob die Schuld dafür auf die Regierungen der Euro-Zone. Böhnke dazu: "Der Schuldenschnitt Griechenlands ist die größte Enteignungsaktion, die Investoren und Staatsfinanzierer seit dem Zweiten Weltkrieg trifft."

2008 hatte der WGZ-Konzern schon einmal hohe Wertberichtigungen auf Auslandspapiere vornehmen müssen und hatte in diesem Jahr einen Verlust von 195 Millionen Euro gemacht. Der Verlust für das abgelaufene Geschäftsjahr in Höhe von 240 Millionen Euro ist der größte in der Geschichte der Bank. Die aktuelle Bilanzsumme der WGZ, die 1.600 Mitarbeiter beschäftigt, beträgt 94 Milliarden Euro.

dk/sc (dpa/rtr)

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