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Politik

WHO: Ebola in Tansania?

22. September 2019

Mehrere Menschen könnten in Tansania am tödlichen Ebola-Virus erkrankt sein. Die Weltgesundheitsorganisation braucht mehr Informationen. Doch die wollen die tansanischen Behörden nicht herausrücken.

Demokratische Republik Kongo l anhaltende Ebola-Epidemie
Aktuell grassiert das Ebola-Virus in der Demokratischen Republik KongoBild: picture alliance/AP Photo/J. Delay

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschuldigt die tansanischen Behörden, wichtige Informationen zu mehreren Ebola-Verdachtsfällen zurückzuhalten. Bisher seien die klinischen Details und die Ergebnisse der Untersuchungen dieser Patienten nicht an die WHO weitergegeben worden, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation. "Diese Informationen sind erforderlich, damit die WHO das mit diesem Ereignis verbundene potenzielle Risiko vollständig einschätzen kann." Das Ebola-Virus ist hochansteckend, die Krankheit verläuft oft tödlich.

Die WHO erklärt weiter, dass sie bereits am 10. September aus inoffizieller Quelle von einem mit dem Verdacht auf Ebola erkrankten Patienten in der tansanischen Hafenstadt Daressalam erfahren habe. Laut dieser Quelle sei der Patient am Tag darauf positiv auf Ebola getestet worden. Zwei weitere Verdachtsfälle wurden ebenfalls inoffiziell gemeldet.

Am 14. September meldeten die tansanischen Behörden jedoch, es gebe keine bestätigten Fälle von Ebola in dem ostafrikanischen Land. Zudem lehnten die Gesundheitsbehörden weitere Tests der erkrankten Personen in einem mit der WHO zusammenarbeitenden Tropeninstitut ab. Mittlerweile soll eine Kontaktperson des positiv auf das Virus getesteten Patienten erkrankt und ins Krankenhaus gebracht worden sein. "In der Republik Tansania gibt es keinen Fall von Ebola", heißt es von Seiten der Regierung.

Tansania war von den bisherigen Ebola-Epidemien nicht betroffen. Beim bislang schwersten Ebola-Ausbruch waren zwischen 2014 und 2016 in den westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone mehr als 28.000 Menschen erkrankt, rund 11.300 starben. Aktuell grassiert das tödliche Virus in der Demokratischen Republik Kongo.

jv/ml (rtr, afp, WHO)

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