Der Baum des Jahres 2016 ist in ganz Europa verbreitet. Er hat eine große Bedeutung für die Imkerei. Auch in der Kulturgeschichte und Mythologie kommt ihm eine zentrale Rolle zu.
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Die Winterlinde (Tilia cordata) ist zum Baum des Jahres 2016 gekürt worden. Bei einer Zeremonie im Berliner Zoologischen Garten erklärte Dr. Silvius Wodarz, Präsident der Stiftung "Baum des Jahres", dass diesmal ein Baum gewürdigt werde, der vielfältige Verwendungsmöglichkeiten habe und in der Mythologie eine bedeutende Rolle spiele. "Es gibt keinen Baum, der mehr mit der Liebe des Menschen verbunden ist und das alleine ist schon eine Kostbarkeit", so Wodarz.
Pflanzen des Jahres 2015
Jedes Jahr vergeben unterschiedliche Organisationen den Titel "Pflanze des Jahres". Vergeben werden die Titel in unterschiedlichen Kategorien. Wir stellen euch die wichtigsten Preisträger vor.
Ein gelber Farbklecks
Leuchtend gelb dürfte sie Wanderern sofort ins Auge fallen. Denn die Gelbfrüchtige Schwefelflechte kommt vor allem im Mittelgebirge vor. Aber auch an frisch angeschnittenen Felsen entlang von Bahntrassen bildet die "Flechte des Jahres" großflächige schwefelgelbe Überzüge - ein Farbklecks für alle, die vorbeifahren.
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Überall auf der Welt zuhause
Fossile Pflanzenfunde belegen, dass es die Segge schon seit etwa 30 Millionen Jahren gibt. Und sie kommt fast überall auf der Welt vor - nur im tropischen Tiefland sucht man die Pflanze vergeblich. So viel Langlebigkeit und Anpassungsfähigkeit muss belohnt werden. Und deshalb trägt die Segge ihren Titel als "Staude des Jahres" wohl zurecht.
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Der "Anhalter" hält sich am Baum fest
Der Name der Apfelsorte Anhalter ist wortwortlich zu nehmen und bezieht sich auf die festhängenden Früchte am Baum. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts war diese alte Apfelsorte bekannt. Bis heute ist sie in Mittel- und Südhessen als robuster Wirtschaftsapfel verbreitet. Apfelkundler hoffen, dass der Anhalter als "Streuobst des Jahres" auch über die Region hinaus an Bedeutung gewinnt.
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Besucher und Naturschutz im Einklang
Der Grunewald in Berlin ist mit dem Titel "Waldgebiet des Jahres" ausgezeichnet worden. Der Titel wird alljährlich vom Bund Deutscher Forstleute (BDF) verliehen. Grund für die Auszeichung ist die besondere Leistung der Forstwirte, den hohen Besucherdruck in Einklang mit dem Naturschutz zu bringen.
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Mehr Beachtung für eine seltene Nebenbaumart!
Der Feldahorn wächst meist als Strauch oder niedriger Baum am Waldrand. Im Wald hat er meist keine Chance, sich gegen die anderen Baumriesen durchzusetzen. Er fällt nicht wirklich ins Auge - und das ist der Grund, weshalb ihm 2015 der Titel des "Baum des Jahres" gebührt.
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Eine Koralle, die auf Bäumen wächst?
Auch wenn man Korallen meist mit Riffen im Meer verbindet - der "Pilz des Jahres 2015" lebt nicht Unterwasser. Die Becherkoralle ist nicht mal mit der Meereskoralle verwandt. Sie ist ein Pilz, der sich auf abgestorbenen Bäumen wohlfühlt. Sie ist zwar nicht vom Aussterben bedroht, die zunehmende Nutzung von Totholz aus den Wäldern - zum Heizen etwa - verkleinert aber ihren Lebensraum.
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Scharfes Pfefferchen
Zum Gemüse des Jahres 2015/2016 wurde der Paprika gekürt. Der Name kommt aus dem Ungarischen über Lateinisch und Kroatisch und bedeutet "kleiner Pfeffer." Paprika ist aber gar nicht mit der Pfefferpflanze verwandt. Für ihre Frucht gibt es viele Namen: etwa Chili, Cherry, Cayenne, Jalapeno oder Habanero - je nach Schärfe, Größe und Farbe. Der Stoff Capsaicin wird auch für Wärmesalben verwendet.
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Zum Heulen und Heilen
Zwiebeln schneiden macht niemand gern - obwohl es allerlei Hausmittelchen gibt, die das Brennen in den Augen und das Weinen verhindern sollen. Beliebter ist die Gemüsezwiebel als Heilpflanze - und deshalb ist sie 2015 die "Heilpflanze des Jahres". Sie hilft zum Beispiel bei Mittelohrentzündungen und Erkältungen. Bei Insektenstichen unterstützt sie das Abschwellen der Quaddeln.
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Mehr als ein einfaches Kraut
Man nennt das Johanniskraut auch "Balsam für die geplagte Seele". Denn es hilft unter anderem gegen Angstzustände und nervöse innere Unruhe. Auch die Wirkung bei Depressionen ist wissenschaftlich belegt. Zur "Arzneipflanze des Jahrs 2015" wurde das Echte Johanniskraut gewählt, da es nun auch interessante Forschungsarbeiten in Zusammenhang mit Krebs- und Alzheimerherapien gibt.
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Kahle, lange Stängel, eine kugelige Blüte
Meist trägt er seine Blüte in sattem Violett oder Hellblau, hin und wieder auch rosafarben: Der Gewöhnliche Teufelsabbiss ist die "Blume des Jahres 2015". Sie ist europaweit in Moorgebieten, feuchten Wäldern oder Feuchtwiesen heimisch. Der Teufelsabbiss ist aber nicht nur schön, sondern auch nützlich. Als Tee dient er etwa der Blutreinigung, der Entwässerung oder dem Abhusten.
Rund 60 verschiedene Orchideenarten wachsen in Deutschland; das Fleischfarbene Knabenkraut ist eine davon. 80 Zentimeter hoch, eine auffällig, leuchtende Blüte - die "Orchidee des Jahres" stellt sich gern zur Schau. Da aber ihre natürlichen Gefilde - feuchte, sumpfige Wiesen und Moorgebiete, gefährdet sind, zieht sich die Orchidee immer weiter zurück.
Die beiden Quellflüsse der Argen entspringen im Oberallgäu und erstrecken sich über 90 Kilometer bis zum Bodensee. Dazwischen liegen tiefe Täler, steile Berge, Hang- und Auenwälder, Moore und Streuwiesen. Lurche, wie Gelbbauchunken und Kammmolche, sind in der "Flusslandschaft des Jahres 2014/2015" genauso heimisch wie Fledermäuse, Libellen und Bachmuscheln.
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Stauwasserboden als Botschafter
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum "Internationalen Jahr des Bodens" ausgerufen. Und ein Vertreter dafür - der "Boden des Jahres" - wurde nun auch ausgewählt: Der Pseudogley (Stauwasserboden). Dieser Waldboden schützt vor Erosion und Hochwasser. Er filtert Schadstoffe aus dem Regenwasser und speichern einen Großteil des Trinkwassers - eine ganz schöne Reie von Aufgaben also.
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Ihre große kulturgeschichtliche Rolle spiegele sich in traditionellen Liedern, Gedichten und Geschichten sowie in Ortsnamen wieder. Unter Gerichtslinden wurde jahrhundertelang Recht gesprochen. Oft bilden alte Linden das Zentrum der Dorfgemeinde.
Lecker: Lindenblütenhonig
Eine große Bedeutung hat die Winterlinde vor allem für die Honigproduktion. Da der Baum des Jahres 2016 ein Spätblüher ist - erst Ende Juni erstrahlt er im vollen Blütenglanz - ist der Honig, den die Bienen in dieser entscheidenden Phase sammeln ein reiner Lindenblütenhonig. Er ist der letzte Laubbaum, der im Sommer blüht, was zur Reinheit der Ernte beiträgt. Qualitativ folgt dann der Sommerblütenhonig - ein buntes Gemisch aus Gräsern und Kräutern.
Die Winter-Linde wird nur halb so groß wie die Sommerlinde.Bild: picture-alliance/dpa/A. Roloff
Die Winterlinde ist in weiten Teilen Europas beheimatet - vom Atlantik bis nach Russland. In Deutschland kommt sie sowohl in Flussauen als auch in den Mittelgebirgen oder im Flachland vor. Der Baum wird in der Regel nur etwa 15 bis 20 Meter hoch.
Im Vergleich: Die Sommerlinde kann doppelt so hoch wachsen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Die Sommerlinde hat herzförmige Blätter von der Größe einer Untertasse. Die Blätter der Winterlinde sind kreisrund und deutlich kleiner.