Große und kleinere Unwahrheiten lauern in sozialen und anderen Medien. Und wir glauben sie vor allem, wenn sie gut in unser Weltbild passen. Psychologen führen das auf unser biologisches Rudelverhalten zurück.
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"Vor allem unsere soziale Identität lässt uns Dinge glauben oder an ihnen zweifeln." Das schreibt Jay van Bavel, Professor für Sozialpsychologie, Wahrnehmung und Neurologie an der New York University, in einem Hypothesenpapier in der Fachzeitschrift "Trends in Cognitive Sciences" am 20. Februar.
Dies erklärt auch, warum einige Menschen sogenannte "Fake News" für bare Münze nehmen. Die absichtlich falsch gestreuten Nachrichten erscheinen ihnen plausibel, weil sie ins eigene Weltbild passen. Die Wertschätzung der eigenen Identität sei wichtiger als die Genauigkeit der Informationen, die sie bekommen.
Verstärken die erhaltenen Informationen die eigenen Ansichten oder die der eigenen Gruppe bzw. politischen Partei, tendieren wir eher dazu, sie zu glauben. Und das gilt nicht nur für Fake News, sondern natürlich auch für normale Nachrichten.
"Die Neuroökonomie kommt dem Verständnis immer näher, wie wir unsere Wertvorstellungen [bilden]", sagt Van Bavel. Entscheidend ist das Ziel, sich in eine bestimmte Gruppe einzuordnen. "Wir wählen das aus, was für uns wichtig ist und was uns [hilft], mit der Welt umzugehen - ob das nun die morgendliche Tageszeitung ist oder was wir zum Frühstück essen."
Bavel nennt das ein "identitätsbasiertes Glaubensmodell". "Weil die Parteien uns mit einem Zugehörigkeitsgefühl ausstatten und uns helfen, uns selbst zu definieren, stärkt das unser Selbstwertgefühl", sagt der Psychologe.
"Selbst eine qualitativ hochwertige Nachrichtenquelle bedeutet uns dann nicht mehr so viel, wenn wir glauben, dass diejenigen, die die Nachrichten schreiben zu einer anderen Gruppe gehören als zu unserer." Da helfen dann auch die besten investigativen Journalisten und redaktionellen Standards nicht weiter.
Wer auf sich selbst gestellt ist, bewertet neu
Aber Menschen können ihre Meinungen auch immer wieder korrigieren: Wird jemand gezwungen, sich außerhalb der eigenen Gruppe eine Meinung zu bilden und sich dafür selbst Informationen zu beschaffen und zu bewerten, kann das Ergebnis sehr differenziert ausfallen. Das ist etwa der Fall bei Schöffen am Gericht. Sie stehen in ihrer Entscheidung nicht unter dem Einfluss einer sozialen Gruppe und müssen sich die Zeit nehmen, das für und wieder verschiedener Argumente abzuwägen, sagt Van Bavel.
Und übrigens: Menschen lassen sich mit einem Trick dazu bringen, die Glaubwürdigkeit von Informationen kritischer zu beleuchten.
"Willst Du wetten?" lautet die Schlüsselfrage - kombiniert mit einem Preisschild. Müssen Menschen nämlich Geld dafür bezahlen, dass sie Fake News glauben schenken, werden sie stutzig. Dann hinterfragen sie die Informationen lieber nochmal, bevor sie sie übernehmen, schreibt Van Bavel.
Was Mensch und Tier verbindet
Der Hund gilt als treuer Begleiter und Freund des Menschen, das Rind als Fleisch- und Milchlieferant. Über Jahrtausende hinweg sind Mensch und Tier zusammengewachsen - und brauchen sich gegenseitig.
Bild: Fotolia/Oksana Kuzmina
Der beste Freund des Menschen
Er ist Spielkamerad, Wachhund oder Blindenführer und gilt vor allem als treuer Begleiter des Menschen. Experimente haben gezeigt, dass Hunde unser Verhalten beobachten und darauf reagieren können. Sie analysieren unsere Körperhaltung und Augen und wissen, was wir sehen oder sehen wollen. Blindenhunde verstehen daher, wohin ihr Besitzer gehen will und bringen ihn sicher ans Ziel.
Bild: Fotolia/Oksana Kuzmina
Das beliebteste Haustier der Deutschen
Mehr als acht Millionen Katzen leben in Deutschlands Haushalten und sind damit die beliebtesten Haustiere. Sie sind kuschelig, pflegeleicht und angenehm leise. Katzen sollen ihren Besitzern außerdem dabei helfen, Stress und Probleme besser zu bewältigen. Und was haben sie selbst davon? Sie werden gekrault, gefüttert und gepflegt. Kurzum: Mensch und Mieze ergänzen sich.
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Kaninchen sind lernfähig
Mit flauschigem Fell und süßem Aussehen können Kaninchen als Haustiere punkten, auch wenn sie weniger auf Menschen bezogen sind als Hunde. Einige Langohren freuen sich trotzdem, wenn ihr Besitzer kommt. Denn sie erkennen ihn an Stimme und Geruch. Sie zählen zwar nicht zu den klügsten Tieren, verstehen aber, was sie nicht dürfen und versuchen dann auch gern ihre Besitzer auszutricksen.
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Faszination Reptil
Sie bewegen sich kaum und sind auch nicht auf den Menschen fixiert. Dennoch sind viele Tierliebhaber von ihnen fasziniert. Reptilien wie Schildkröten oder Schlangen haben längst die deutschen Haushalte erobert, auch wenn sie zum Streicheln nicht gerade geeignet sind. Das kann aber auch von Vorteil sein: da Reptilien keine Haare haben, können sie keine Tierhaarallergien auslösen.
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Vom Transportmittel zum Freizeitvergnügen
Früher hatte das Pferd eine klare Aufgabe: Den Menschen von A nach B bringen oder Karren und Kutschen ziehen. Heutzutage ist es wohl weder Haus- noch reines Nutztier. Für die Wohnung zu groß und als Zugpferd vom Auto längst abgehängt. Dennoch gibt es viele begeisterte Pferde-Fans, die ihre Freizeit im Sattel oder auf dem Kutschbock verbringen.
Bild: Fotolia/Kathrin39
Am Anfang war die Kuh
Mensch und Rind pflegen eine jahrtausende alte Geschäftsbeziehung. Der Mensch nutzt Milch, Fleisch und Leder, das Rind darf auf den Weideflächen grasen und leben. Die Zähmung des Rindes brachte den Menschen vom Jäger und Sammler eine Entwicklungsstufe weiter: Er wurde sesshaft. Und das Rind ist geblieben - auf dem Bauernhof oder als lila Milka-Kuh.
Zum Fressen gern
Sie sind Schimpfwort, Glücksbringer und vor allem Fleischlieferant. Seit etwa 9000 Jahren hält der Mensch Schweine und isst ihr Fleisch. Und das in Mengen: Die Deutschen beispielsweise pro Kopf 39 Kilogramm im Jahr. Fast schon Kannibalismus, denn rein physiologisch sind Mensch und Schwein sich sehr ähnlich. Beide sind stressanfällig und leiden an ähnlichen Krankheiten.
Bild: Fotolia/Lilifox
Aus dem Dschungel in die Zucht
Auch das Huhn ist seit Jahrtausenden ein Nutztier des Menschen. Im südostasiatischen Dschungel, wo ein Urahn des Huhns lebte, entdeckten die Menschen, wie gut Fleisch und Eier der Tiere schmecken. Und sie begannen, Hühner für ihren Gebrauch zu züchten. Heute gibt es rund 150 Rassen, daneben auch sogenannte Hybridtiere, die noch mehr Eier legen und schneller Fleisch ansetzen als ihre Artgenossen.
Bild: picture-alliance/dpa
Symbiose zwischen Mensch und Tier
Mützen, Schals, Pullover - all das wird aus der Wolle von Schafen gewonnen. So manches Lamm landet auch mal im Kochtopf. Also ist wieder der Mensch vorrangig der Nutznießer dieser Beziehung. Dennoch bilden Mensch und Nutztier eine Symbiose - durch Züchtung, Nutzung und Bedürfnisse beider Seiten kann oder will inzwischen wohl keiner von beiden mehr ohne den anderen leben.