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Wichtigste Probleme

28. September 2010

Der DW-Trend macht deutlich, dass Wirtschaft und Korruption den Ukrainern die meisten Sorgen bereiten. Junge Menschen blicken trotzdem optimistisch in die Zukunft

Markt in der ukrainischen Stadt Lwiw (Foto: dpa)
73 Prozent der Ukrainer klagen über die wirtschaftliche LageBild: picture-alliance / dpa

Was sind die wichtigsten Probleme in der Ukraine? Wie beurteilen die Menschen ihre finanzielle Zukunft? Auch danach fragte der DW-Trend, den das Markt- und Meinungsforschungsinstitut IFAK Ukraine im Auftrag der Ukrainischen Redaktion der Deutschen Welle Anfang September in der Ukraine bevölkerungsrepräsentativ durchgeführt hat.

Ukrainer beklagen Wirtschaftsprobleme und Korruption

Die wichtigsten Probleme in der Ukraine sind Wirtschaft, Korruption und Machtmissbrauch. In dem DW-Trend wurde mit 73 Prozent die wirtschaftliche Lage zum größten Problem erklärt. 62 Prozent der Befragten nannten Korruption und die Hälfte (50 Prozent) den Machtmissbrauch durch Beamte und Polizisten. Mit deutlichem Abstand folgen Verstöße bei den Menschenrechten (24 Prozent) und die Kriminalität (22 Prozent). Demokratische Mängel (6 Prozent) und Pressefreiheit (4 Prozent) werden nur von einer Minderheit als wichtigste Probleme genannt (bis zu 3 Antworten waren möglich).

Vertrauen in Währung auf niedrigem Niveau

Auf einem niedrigen Niveau ist das Vertrauen der Ukrainer in die Landeswährung Hrywnia. 42 Prozent der Ukrainer geben an, dass sie der Hrywnia vertrauen. Ein knappes Drittel der Befragten meint jedoch, dass sie der heimischen Währung nicht vertrauen. Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise hat Spuren hinterlassen. Denn nur etwas größer ist das Vertrauen in den Euro (48 Prozent) und den US-Dollar (47 Prozent). Auch hier sagen viele Ukrainer, dass sie den jeweiligen Währungen nicht vertrauen (US-Dollar = 27 Prozent, Euro = 25 Prozent).

Obwohl die Wirtschaft als größtes Problem gesehen wird, glauben 32 Prozent aller Befragten, dass es ihnen in 12 Monaten finanziell besser gehen werde als heute. 23 Prozent erwarten, dass ihre finanzielle Situation schlechter werde. 35 Prozent glauben, dass es für sie keine finanziellen Veränderungen geben werde.

Junge Leute deutlich optimistischer

Junge Leute schauen allerdings deutlich optimistischer in die Zukunft. 46 Prozent der 18- bis 29-Jährigen glauben, dass es ihnen in 12 Monaten finanziell besser gehen werde als heute. Nur 15 Prozent glauben an eine Verschlechterung. Deutlich geringer ist der Anteil der Optimisten in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen (29 Prozent) und der 40- bis 49-Jährigen (28 Prozent). 27 Prozent der 30- bis 39-Jährigen und 23 Prozent der 40- bis 49-Jährigen gehen von einer Verschlechterung der persönlichen finanziellen Situation aus.

Sehr pessimistisch ist die Gruppe der Menschen, die 50 Jahre und älter sind. Nur 16 Prozent der Altersgruppe erwarten eine Verbesserung der persönlichen finanziellen Situation, während jeder Dritte (36 Prozent) mit einer Verschlechterung rechnet.

Befragungsgesamtheit

Die Befragung wurde bevölkerungsrepräsentativ in der Ukraine durchgeführt. Es wurden 1000 Personen an 35 Sample-Points in der gesamten Ukraine im Zeitraum vom 01. September bis zum 13 September befragt. Die Gesamtheit der Befragten entspricht der Bevölkerungsstruktur der Ukraine.

Autoren: Bernd Johann, Sergey Govoruha, Volodymyr Medyany
Redaktion: Markian Ostaptschuk

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