WM 2026: DFB vergibt Schnäppchen-Tickets an treue Fans
9. Januar 2026
Gut fünf Monate vor dem ersten Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanadaund Mexiko hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) festgelegt, wie die verbilligten Eintrittskarten werden sollen. Nach Angaben des DFB gehen 70 Prozent der sogenannten 60-Dollar-Tickets an die Mitglieder des "Fan Clubs Nationalmannschaft" mit den meisten Bonuspunkten.
Die verbleibenden 30 Prozent werden über Betreuer dieser Organisation sowie an eigenständige Fanklubs vergeben. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Interessierten bis zum 12. Januar um 17 Uhr MEZ beim DFB um Eintrittskarten bewerben.
Das Bonuspunktesystem funktioniert so: Ausgewertet werden die letzten 15 Länderspiele des DFB-Teams. Für jeden Besuch eines Heim- oder Auswärtsspiels gibt es zwei Punkte. Dazu kommen Treuepunkte - je nachdem, wie lange jemand Mitglied des Nationalmannschaftsfanklubs ist.
Nur geringer Anteil der WM-Tickets verbilligt
Der Fußball-Weltverband FIFA hatte Mitte Dezember 2025 nach scharfer Kritik an den hohen WM-Ticketpreisen ein kleines Sonderkontingent von Eintrittskarten für 60 US-Dollar (51 Euro) eingeführt. Damit sollen treue Anhänger der teilnehmenden Nationalmannschaften belohnt werden. Die nationalen Verbände entscheiden, wie die Tickets vergeben werden.
Deutschland steht für den Fanblock - wie allen anderen Teams - acht Prozent der Tickets pro Spiel zur Verfügung. Zehn Prozent dieser Tickets sind dann nach Angaben der FIFA verbilligt.
Gegen den deutschen WM-Auftaktgegner Curacao (14. Juni in Houston) handelt es sich nach Angaben des DFB um 581 verbilligte Eintrittskarten, gegen die Cote d'Ivoire (20. Juni in Toronto) sind es 395 und gegen Ecuador (25. Juni in East Rutherford) 632 Tickets.
Für mögliche Spiele in den K.o.-Runden liegt die Anzahl der karten zwischen 450 (Runde der besten 32-Teams) und 600 (Finale).
DFB kritisiert, Infantino verteidigt hohe Ticketpreise
Die internationale Fanvereinigung Football Supporters Europe hatte die 60-Dollar-Tickets zwar begrüßt, deren Anzahl jedoch als zu gering kritisiert.
Der DFB hatte die teilweise horrenden regulären Ticketpreise bedauert. "Die WM ist von Deutschland aus gesehen weit weg und ein Besuch ohnehin mit größerem Aufwand und hohen Reisekosten verbunden", hatte DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig gesagt. "Auch deshalb hätten wir uns für unsere Fans insgesamt günstigere Tickets gewünscht. Die Eintrittspreise legt allein die FIFA fest, darauf hat der DFB keinen Einfluss."
Sollte das DFB-Team das Finale erreichen, müssten deutsche Fans für Karten der regulären Preiskategorien zwischen umgerechnet 2580 und 7430 Euro zahlen.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte Ende Dezember die hohen Ticketpreise verteidigt. "Entscheidend ist, dass die daraus generierten Einnahmen dem Fußballsport auf der ganzen Welt wieder zugutekommen", sagte Infantino.