WM-Spielort Curitiba in Gefahr
21. Januar 2014
Der Fußballweltverband FIFA hat dem WM-Spielort Curitiba die Gelbe Karte gezeigt. Grund sind erhebliche Verzögerungen beim Stadionbau. "Das Stadion Arena da Baixada ist im Moment nicht WM-fähig", sagte FIFA- Generalsekretär Jérôme Valcke. Bis zum 18. Februar gab der Franzose den lokalen Organisatoren Zeit, das Gegenteil zu beweisen. Erst dann wird entschieden, ob Curitiba auf dem Spielplan für die WM 2014 bleibt.
In Curitiba sollen vier Gruppenspiele stattfinden. Doch selbst der WM-Regionalminister des Bundesstaates Paraná, Mario Celso Cunha, räumte in einem Interview ein: "So wie es derzeit ist, wird die Arena de Baixada nicht rechtzeitig zur WM fertig." Davon überzeugte sich Valcke am Dienstag bei einem Besuch in Curitiba selbst. "Die Sache ist delikat", sagte er. "Seien wir offen und direkt: Das Stadion ist nicht nur verspätet, sondern liegt außerhalb jeglichen guten Zeitplans für die Übergabe an die FIFA", so Valcke bei einer Pressekonferenz: "Wir können keine Spiele ohne Stadion organisieren. Es ist eine Notsituation."
Erst ein Viertel der Arbeiten abgeschlossen
Nicht nur das Stadion in Curitiba ist im Verzug, sondern auch die Arbeiten am Flughafen in Fortaleza, wo Deutschland am 21. Juni im Gruppenspiel auf Ghana trifft. Dort ruhen die Arbeiten wegen eines Streiks seit einer Woche. Die Gewerkschaft protestiert mit dem Arbeitsausstand gegen Verzögerungen bei der Lohnzahlung. Die erste Phase für den Ausbau des Passagierterminals sollte eigentlich bis März fertig sein. Aber bislang sind lediglich 25 Prozent der Arbeiten abgeschlossen, wie die TV-Sendung "Journal da Globo" am Dienstag berichtete. Fortaleza sei die WM-Stadt mit der größten Verspätung beim Flughafenausbau.
Es liege nun in den Händen Curitibas und der Regierung, die notwendigen Maßnahmen einzuleiten, schrieb der FIFA-Generalsekretär den Organisatoren via Twitter. Am 19. und 20. Februar treffen sich in der südbrasilianischen Stadt Florianópolis Delegationen der 32 WM-Teilnehmer zu einem "Team-Workshop". Noch vorher soll das Schicksal Curitibas als WM-Spielort geklärt werden.
Die WM in Brasilien soll insgesamt in zwölf Städten ausgetragen werden, die teils über 4000 Kilometer voneinander entfernt liegen. Sechs Stadien wurden bereits zum Confed Cup 2013 genutzt. Die anderen sechs Arenen liegen allesamt hinter dem Zeitplan zurück - der ursprüngliche Übergabetermin war der 31. Dezember 2013.
asz/jw (sid, dpa)