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PolitikUkraine

Ukraine-Gespräche: Merz empfängt Selenskyj in Berlin

14. Dezember 2025

Berlin ist Schauplatz intensiver Bemühungen um einen Waffenstillstand in der Ukraine. Es geht darum, zwischen den USA, Europa und der Ukraine Positionen abzustimmen. Auch der ukrainische Präsident Selenskyj ist da.

Ukraine-Beratungen im Kanzleramt zwischen Friedrich Merz und Wolodymyr Selenskyj
Die Ukraine-Gespräche in Berlin finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Hier empfängt Kanzler Merz den ukrainischen Präsidenten Selenskyj.Bild: Michael Kappeler/dpa/picture alliance

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu Beratungen über einen Waffenstillstand im russischen Angriffskrieg gegen sein Land in Berlin eingetroffen. Im Kanzleramt wurde er von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßt. Zuvor war dort eine US-Delegation angekommen, zu der unter anderem der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, sowie der Sondergesandte Steve Witkoff gehören.

Beratungen hinter verschlossenen Türen

Geplant ist, dass die bisher zwischen Vertretern der USA und der Ukraine geführten Gespräche über ein Ende des russischen Angriffskriegs zunächst mit europäischer Beteiligung auf Beraterebene fortgesetzt werden - unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Selenskyj will bei seinem Treffen in Berlin vor allem seine jüngsten Vorschläge zum Friedensplan von Präsident Donald Trump erörtern. Er habe bisher keine US-Reaktion auf seine jüngsten Änderungsvorschläge erhalten, antwortete Selenskyj laut ukrainischen Medien auf Fragen von Journalisten. Er fügte hinzu, weil nicht alle eine Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO unterstützten, gebe es inzwischen einen Kompromissvorschlag. Dieser beinhalte Sicherheitsgarantien für sein Land vor neuen russischen Angriffen.

Erst ein Waffenstillstand, dann die Diplomatie

Details dazu nannte er nicht. Selenskyj betonte aber noch vor seiner Ankunft in Berlin: "Die gerechteste mögliche Option ist, stehenzubleiben, wo wir sind." Er fügte an: "Es handelt sich um einen Waffenstillstand: Die Parteien bleiben auf ihren Stellungen und versuchen anschließend, alle gemeinsamen Probleme auf diplomatischem Wege zu lösen." Selenskyj sagte, er wisse, dass Russland dies "nicht positiv" sehe. Er würde sich aber "wünschen, dass die Amerikaner uns in dieser Frage unterstützen".

Handschlag in Berlin: Der US-Sondergesandte Steve Witkoff (l. in der Bildmitte) und Präsident Selenskyj (r. in der Bildmitte)Bild: Guido Bergmann/Bundesregierung/dpa/picture alliance

Nach Berlin kam auch der amerikanische Vier-Sterne-General Alexus Grynkewich. Nach Angaben seines Sprechers reiste der Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte in Europa als ranghoher Vertreter des US-Militärs an, um den US-Verhandlern militärischen Rat zu geben.

Putin-Berater: Amerikaner verstehen unsere Position

Moskau verlangt, dass Kyjiw seine Truppen auch aus jenen Gebieten im umkämpften Industriegebiet Donbass abzieht, die Russland bisher nicht erobern konnte und die von der Ukraine weiter kontrolliert werden. Der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow, sagte dazu, "die Amerikaner kennen nicht nur unsere Position, sondern verstehen sie auch".

Die USA hatten vor gut drei Wochen einen Plan zur Beendigung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vorgelegt, der in seiner ursprünglichen Fassung als sehr Moskau-freundlich galt. Auf Drängen der Ukraine und ihrer europäischen Verbündeten wurde das Papier in zentralen Punkten überarbeitet. US-Präsident Trump fordert von der Ukraine, einem Friedensabkommen zuzustimmen. Er sieht das von westlicher Unterstützung abhängige Land militärisch im Nachteil gegenüber dem Angreifer Russland.

Gespräche auch mit London und Paris

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Mittwoch gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Regierungschef Keir Starmer sowie mit US-Präsident Donald Trump zur Lage in der Ukraine telefoniert. Er habe aus dem Telefonat mit Trump "den festen Eindruck mitgenommen, dass er bereit ist, diesen Weg mit uns zu gehen, weil er weiß, dass die Europäer hier auch mit ihren eigenen Interessen gehört werden müssen", sagte Merz.

haz/MM (dpa, rtr, afp)

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