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Wunderwelt der Heim-Technik in Berlin

Andrej Sokolow / Renate Grimming (dpa)31. August 2012

Die IFA bringt in diesem Jahr eine Flut an Weltpremieren. Neben großen Fernsehern stehen auch brandneue Tablets und Smartphones im Mittelpunkt. Bei Trends wie OLED ist die Branche noch geteilter Meinung.

IFA 2012 - 3D-Fernsehen - Symbolbild Beschreibung: Das Bild zeigt einen Frosch, der aus dem Bildschirm heraussteigt und soll anlässlich zur IFA 2012 die Forschungen des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts für 3D-Fernsehen ohne Brille symbolisieren. (Foto: Fraunhofer)
IFA 2012 - 3D-Fernsehen - SymbolbildBild: Fraunhofer

Neuheiten-Feuerwerk und große Versprechen zum IFA-Start: Die Elektronik-Riesen blasen mit neuen Tablets zur Jagd auf das iPad, die Mobilfunk-Konzerne wollen mit dem LTE-Datenturbo für schnellere Netze in Deutschland sorgen. Außerdem versuchen sie verstärkt, ihre Netze mit attraktiven Inhalten zu füllen.

Die Deutsche Telekom und Vodafone gaben in Berlin den Startschuss zum beschleunigten Ausbau der LTE-Netze, damit sie allen zur Verfügung stehen. Bislang diente LTE hierzulande vor allem dazu, die weißen Flecken der Internet-Breitbandversorgung in den ländlichen Gebieten zu beseitigen. Das hatte die Politik den Mobilfunkkonzernen bei der Lizenzvergabe im Frühjahr 2010 so vorgeschrieben. Inzwischen ist diese Pflichtaufgabe erfüllt. Die Telekom präsentierte zur IFA den ersten LTE-Tarif für ihre Smartphone-Kunden.

Etliche Millionen Menschen in Deutschland sind zumindest theoretisch bereits mit dem Turbo-Mobilfunknetz versorgt. Vodafone spricht von "17 Millionen Haushalten in Deutschland", für die ein LTE-Netz zur Verfügung stehe. Die Telekom verweist auf "zehn Millionen Menschen in ländlich strukturierten Gebieten". Davon hat allerdings nur ein Bruchteil einen LTE-Vertrag. Telekom, Vodafone & Co. streben nun in die Städte, wo Mobilfunknetze aus allen Nähten platzen. Vodafone kündigte ein flächendeckendes LTE-Netz bis 2015 an.

Überraschung durch Samsung

Samsung nutzte die Berliner Technik-Messe für eine regelrechte Premieren-Flut wenige Tage nach der bitteren Patent-Niederlage gegen Apple in den USA. Die Südkoreaner kündigten das erste Smartphone mit dem neuen Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 8 an und zeigten eine Kamera auf Basis der Google-Plattform Android mit 16 Megapixeln sowie mehrere Tablets und das übergroße Telefon Galaxy Note II.

Das Windows-8-Telefon ist Teil einer neuen Serie verschiedener Geräte - vom Smartphone über Tablets bis zum Notebook - die Samsung unter dem Namen Ativ vermarktet. Das Ativ S soll wie auch andere Ativ-Produkte noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Samsung kam mit der Ankündigung dem Microsoft-Partner Nokia zuvor, der wohl am 5. September sein erstes Geräte mit Windows Phone 8 vorstellen wird. Nähere Details oder eine Demonstration gab es aber noch nicht. Microsofts neues Betriebssystem Windows 8 soll ab dem 26. Oktober verfügbar sein, zeitnah dazu soll auch Windows Phone 8 herauskommen.

Auch andere Hersteller wie Sony, Toshiba, Asus oder Lenovo zeigten in Berlin neue Computer-Geräte. Ein Trend ist das Verschmelzen der Geräteklassen: Dieses Jahre gibt es viele Hybrid-Modelle, die sich wahlweise als Tablet oder Notebook nutzen lassen.

TV-Großauftritt

Im Mittelpunkt der Messe stehen aber auch in diesem Jahr vor allem die Fernsehgeräte. Über einige technische Neuerungen ist die Branche noch geteilter Meinung. Samsung und LG zeigen große Fernseher mit OLED-Displays, die für ein besseres Bild sorgen, aber auch noch deutlich teurer sind. Aus Sicht von Panasonic kommt das dagegen noch zu früh: "OLED passt noch nicht ernsthaft in den Massenmarkt", sagte Panasonic-Europachef Laurent Abadie der dpa.

Für das Publikum hat die IFA heute (31.08.2012) bis zum 5. September geöffnet. Die Messe hat in diesem Jahr die Grenzen des Wachstums in ihrer aktuellen Fläche erreicht. Die Zahl der Aussteller stagniert. Bisher hätten sich 1439 Unternehmen angemeldet, sagte Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin. 2011 waren es 1441 Aussteller. Die IFA ist kurz vor dem Weihnachtsgeschäft eine wichtige Ordermesse. Im vergangenen Jahr wurden Aufträge für mehr als 3,7 Milliarden Euro abgeschlossen. Es kamen rund 238 000 Besucher.

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