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Wussten Sie schon…?

Ananda Bräunig 23. Mai 2015

Heute steigt in Wien das große ESC-Finale. Der Eurovision Song Contest schreibt seit 60 Jahren bunte, schrille Popgeschichte. Wetten, dass Sie diese zehn Fakten noch nicht kannten?

Lordi beim Eurovision Song Contest 2006 (Foto: imago/ANE Edition)
Bild: Imago/ANE Edition

Es gibt keine Conchita Wurst

Der Song Contest hat schon einige Stars hervorgebracht. Manche wurden weltberühmt, manche erlangten Kultstatus: Conchita Wurst zum Beispiel. Die Dragqueen mit dem Vollbart heißt mit bürgerlichem Namen Tom Neuwirth. Nach ihrem Sieg 2014 überhäuften sich die Schlagzeilen. Eine der bizarrsten News wurde kurz nach ihrem Sieg veröffentlicht: Conchita Wurst, 100 Gramm für 1,49 Euro, beim Metzger. Der Nürnberger Comedian Bembers hatte das Foto aber nur retuschiert.

Der Comedian Bembers retuschierte das Foto einer FleischwurstBild: YouTube/Bembers

Das bunteste Kostüm gewinnt

Um den Song Contest wird nicht nur gefiebert, sondern auch gewettet. Wer gute Chancen hat? Musiker, die farbenprächtig gekleidet sind. Das sagen die Analysen, die im Netz kursieren. Aber auch Weiß ist eine typische Gewinnerfarbe. Das haben die Fans nachgezählt – zumindest seitdem es Farbfernsehen gibt. Der Song Contest wurde erstmals im Jahr 1968 in London in Farbe übertragen.

Tiere nicht erlaubt

Die Teilnehmer des Eurovision Song Contests wirken oft wie aus einer anderen Welt. Ihre Auftritte sind bunt, pompös und schrill. Dabei müssen sie sich strikt an die Regeln des Wettbewerbs halten. Eine lautet: Tiere sind nicht erlaubt! Irland schickte trotzdem einen Vogel ins Rennen: "Dustin the Turkey" ist eine populäre Handpuppe, die für ihre Satireshow im Land bekannt ist. 2008 trat sie im Einkaufswagen auf die Bühne. Auch wenn Irland bisher die meisten Siege beim Song Contest inne hat – der Truthahn schaffte es nicht ins Finale.

"Dustin the Turkey" trat 2008 für Irland anBild: picture-alliance/epa/Ho Dennis O'Farrell

Songtexte, die Erfolg versprechen

Die Bands müssen nicht unbedingt in ihrer eigenen Sprache singen. Ein Großteil singt englische Texte. Andere setzen lieber auf Lautmalerei: "Boom Bang-aBang" hieß der Gewinnersong Großbritanniens 1969, "A-Ba-Ni-Bi" brachte Israel 1978 den Sieg ein. Manche Künstler versuchen ihr Glück mit Texten, die möglichst jeder mitträllern kann: Die Türkei erreichte 1983 mit dem Song "Opera", dessen Refrain das Wort "Opera" abermals wiederholte, aber nur den 19. Platz. Spanien belegte 1968 in London mit dem Ohrwurm "La, la, la", in dem 138 Mal "la" vorkam, den ersten Platz.

Schnell ins Bild flitzen…

Wenn internationale Acts vor Millionen Zuschauern auftreten, ist das nicht nur für die Musiker ein wichtiger Augenblick. Es ist auch der perfekte Moment, um sich einzuschleichen. Jedes Jahr versuchen "Flitzer", an der Security vorbei auf die Bühne zu gelangen. Hat es einer geschafft, erkennen ihn nur wenige, denn es ist gar nicht so leicht, zwischen den Kostümierten aufzufallen. Beim Finale 2010 in Oslo tänzelte der spanische Flitzer "Jimmy Jump" mit ins Bild. Die Tänzer ließen sich davon aber nicht beeindrucken und tanzten mit dem Neuling weiter.

Wer gehört hier nicht dazu? "Jimmy Jump" schlich sich 2010 in eine Choreografie einBild: Lauten/AFP/Getty Images

Freudentränen? Bingo!

Wer das Finale im Fernsehen mitverfolgt, tut das in der Regel zusammen mit Freunden oder der Familie. Der Contest hat sich zu einem unterhaltsamen TV-Kult entwickelt. Fans, die sich den Abend noch lustiger gestalten möchten, basteln sich ein "Eurovision Song Contest Bingo". Im Netz gibt es einige Vorschläge für die Felder, zum Beispiel wenn einer der Moderatoren "Null points" sagt, wenn Freudentränen fließen oder wenn mal wieder von ABBA die Rede ist.

Sieger wie Tag und Nacht

Hatte sich 1982 noch die zuckersüße Sängerin Nicole mit ihrem Song "Ein bisschen Frieden" in das Finale gesungen, folgte 2006 in Athen der Schock: Finnland schickte die Monsterrocker "Lordi" an den Start. Die Heavy Metal Band brüllte ihre Hymne "Hard Rock Hallelujah" in die Menge. Zuvor hatten sie stundenlang an ihren Horrorkostümen gefeilt, damit die auch wirklich fürchterlich aussehen. Das Erstaunlichste daran: Lordi gewann den Contest.

Echte Monsterrocker: Die Band "Lordi" gewann 2006Bild: Simon/Getty Images

Kein europäischer Song Contest

Der Eurovision Song Contest ist kein "European" Contest. Das wird oft missverstanden. Alle Länder, die aktives Mitglied der Europäischen Rundfunkunion sind, dürfen teilnehmen. Deshalb zählt zum Beispiel auch Israel zu den Teilnehmern. Wer auch antreten dürfte, aber noch nie mitgemacht hat, sind Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Jordanien, Libanon und Vatikanstadt. Sie alle sind Mitgliedsländer der Europäischen Rundfunkunion. In diesem Jahr kommt ein Kandidat aus Übersee dazu: Australien wird einmalig am Song Contest teilnehmen. Down Under gibt es viele Fans des Eurovision Song Contests, der dort seit 1974 im Fernsehen ausgestrahlt wird. Die Veranstalter wollen damit dem 60. Jubiläum des Song Contests eine neue Dimension verleihen.

Karrieresprungbrett

Der Eurovision Song Contest hat im Laufe der Jahre große Namen hervorgebracht. ABBA gewann 1974 den Contest in Brighton, damals hieß er noch "Grand Prix". Es war der Startschuss für ihre Weltkarriere. Udo Jürgens trat dreimal an und holte schließlich mit "Merci Chérie" 1966 den Sieg. Auch Céline Dion hat ihre Karriere zum Teil dem Eurovision Song Contest zu verdanken. Sie trat 1988 mit dem Song "Ne partez pas sans moi" für die Schweiz auf.

Nach dem ESC 1974 wurden ABBA weltberühmtBild: picture-alliance/dpa/Pressensbild

Eine Welt für sich

Was die wenigsten mitkriegen: Der Eurovision Song Contest ist nach dem Finale noch lange nicht vorbei. Die Fans treffen sich auch danach weiter und tauschen sich über ihre Lieblingsmusiker aus. Vereine wie der Eurovision Club Germany e.V. organisieren mehrere Fan-Treffen im Jahr, bei denen rund 300 Fans aus verschiedenen Ländern ESC-CDs sammeln und tauschen. Und auch die ein oder andere "Grand-Prix-Ikone" tritt dort wieder auf die Bühne.

Noch mehr ESC-Skurrilitäten, Rekorde und Pannen gibt es hier zu lesen:

Werner Vogel, Bernhard Tscherne, Feri Janoska: The Very Best Of Song Contest. Holzbaum Verlag, ISBN 978-3-902980-18-2, 128 Seiten, 14,95 €.

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