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Kanzler Merz sieht sich Box-Roboter in Hangzhou an

26. Februar 2026

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat seine China-Reise mit einem Abstecher in die Hightech-Metropole Hangzhou beendet. Zuvor stand noch eine Palastanlage im Zentrum Pekings auf dem Programm.

Friedrich Merz besucht Robotikfirma Unitree Robotics
China will mit Robotern seiner Wirtschaft zusätzlichen Schub geben, der deutsche Kanzler machte sich in der Hightech-Metropole Hangzhou selbst ein BildBild: Michael Kappeler/dpa/picture alliance

Bei Unitree, einem der weltweit führenden Roboter-Hersteller in Chinas Hightech-Metropole Hangzhou hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz einen Boxkampf angeschaut. Die 1,30 Meter großen Roboter haben sich ihr Können über Künstliche Intelligenz angeeignet. Unitree-Geschäftsführer Wang Xingxing, der die Firma 2016 gegründet hatte, erläuterte die Funktion der menschenähnlichen Roboter.

Das Unternehmen hatte sich in China bereits mit seinen vierbeinigen Robotern, die Hunden ähneln, einen Namen gemacht. 2025 erregten dann die menschenähnlichen Roboter bei einer TV-Gala zum chinesischen Frühlingsfest mit einem Volkstanz großes Aufsehen. In diesem Jahr übertrafen sie ihre Darbietung mit einer akrobatischen Kung-Fu-Show, bei der sie Salti schlugen und mit Kindern Kampfübungen vorführten.

Roboter sollen Wachstumsschub bringen

Tanzende oder boxende Roboter als Hingucker sind in China auf vielen Messen oder öffentlichen Veranstaltungen kaum mehr wegzudenken. Anders als bei Industrierobotern wie in Autofabriken gibt es für die humanoiden Roboter im Alltag derzeit noch kaum Anwendungsfälle. Unitree verkaufte 2025 nur 5500 Stück. Medienberichten zufolge peilt Wang für dieses Jahr den Versand von 10.000 bis 20.000 Robotern an.

Ein humanoider Roboter von Unitree (Archivbild) Bild: Tingshu Wang/REUTERS

Chinas Regierung setzt auf die Roboter als Zukunftsindustrie. Als Teil der sogenannten neuen Qualitäts-Produktivkräfte sollen sie der chinesischen Wirtschaft zum Wachstum verhelfen. Parallel liefern sich chinesische Start-ups mit der US-Konkurrenz ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Vorreiterrolle in der Entwicklung der Technologie.

In der Verbotenen Stadt

Merz informierte sich in Hangzhou auch in einer Produktionsstätte von Hochspannungsschaltanlagen von Siemens Energy. Zuvor hatte der Kanzler in Peking die Verbotene Stadt besucht, die im 15. Jahrhundert gebaut wurde und dann mehr als 500 Jahre als abgeschotteter Kaiserpalast diente.

Die Verbotene Stadt in Peking umfasst knapp 1000 GebäudeBild: Tingshu Wang/REUTERS

In seinem Eintrag ins Gästebuch wünschte er Deutschland und China Tempo, Kraft und Energie für "ein Jahr der Zusammenarbeit und des Wachstums". Merz ergänzte seinen Eintrag mit einem Zitat aus dem Gedicht "Sprüche des Konfuzius" von Friedrich Schiller: "Dreifach ist der Schritt der Zeit / Zögernd kommt die Zukunft hergezogen / Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen / Ewig still steht die Vergangenheit." Die Verbotene Stadt ist heute UNESCO-Weltkulturerbe und zählt mit ihren 980 Gebäuden zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Chinas.

Noch "einige Herausforderungen"

Zum Abschluss seiner zweitägigen Reise sagte Merz, er werde mit "tiefen Eindrücken" nach Hause zurückkehren. Es gebe eine "gute Kooperation" mit China, "aber auch einige Herausforderungen". Er nannte die Überkapazitäten der chinesischen Industrie, die für die deutsche Wirtschaft ein Problem darstellten.

Am ersten Tag seines Besuchs in Peking war Friedrich Merz von Chinas Präsident Xi Jinping empfangen wordenBild: Michael Kappeler/dpa/picture alliance

Während der ganzen Reise gab es keine gemeinsamen Pressekonferenzen des Kanzlers mit Vertretern der chinesischen Seite. Merz gab zwar alleine zwei Statements vor Journalisten ab, es waren aber in beiden Fällen keine Fragen zugelassen, was unüblich ist. 

haz/se (dpa, rtr, afp)

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