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Zigarettendieb statt Terrorist?

25. August 2015

Wegen eines möglichen Terrorangriffs war im Mai ein Radrennen in Frankfurt abgesagt worden. Ein Verdächtiger wurde festgenommen. Nun wachsen die Zweifel, ob es sich wirklich um einen Anschlagsversuch handelte.

Deutschland Radrennen nach Bombenfund in Oberursel abgesagt
Bild: picture-alliance/dpa/A. Dedert

In den Ermittlungen wegen eines möglichen Terroranschlags auf ein Radrennen in Frankfurt am Main mehren sich die Zweifel an den Anschlagsplänen des Beschuldigten. Nach Recherchen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" (SZ) könnte die Rohrbombe, die bei dem Mann aus Oberursel gefunden wurde, bereits vor Jahren gebaut worden sein, womöglich, um Zigarettenautomaten zu sprengen. Ein Sachverständiger des LKA bewertete die Rohrbombe als "eigenartig und sprengtechnisch unlogisch". Der Erbauer habe anscheinend "versucht, einen handelsüblichen Böller zu kopieren".

Wasserstoffperoxid zur Schimmelentfernung

Zudem seien die gefundenen Waffenteile unbrauchbar, berichtet der Rechercheverbund. Das Wasserstoffperoxid, das der Beschuldigte in einem Baumarkt gekauft hatte, sei zur Schimmelbeseitigung verwendet worden.

Das Radrennen im Umland von Frankfurt war wenige Stunden vor dem Start am 1. Mai abgesagt worden, weil ein Anschlag befürchtet wurde. In der Wohnung des Beschuldigten fand die Polizei später die Bombe, Waffenteile, Munition und Chemikalien sowie 24.000 Euro in bar - und dass, obwohl der Mann mit seiner Frau und zwei Kindern von Hartz-IV lebte. Die Polizei war dem Paar auf die Spur gekommen, weil es Ende März unter falschem Namen in einem Baumarkt Wasserstoffperoxid gekauft hatte.

Staatsanwaltschaft schweigt

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft schweigt zum Stand der Ermittlungen. Die Medienberichte wollte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft nicht kommentieren. Es sei eine zündfähige Bombe gefunden worden, und es werde nach wie vor wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt.

cr/uh (tagesschau.de, dpa)

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