Zum Gruseln nach Österreich
23. Juli 2004
Mike Kelley und das Unheimliche in Wien
Die Stadt Wien, ihre leicht morbid-melancholische Aura und nicht zuletzt ihr großer Sohn Sigmund Freud standen Pate für eine Ausstellung, die der amerikanische Künstler Mike Kelley im Museum Moderner Kunst MUMOK realisiert. Unter dem Titel "Das Unheimliche" verwandelt Kelley eine Ausstellungsebene des bunkerartigen Gebäudes im Museumsquartier in eine Kunst- und Wunderkammer. Vorrangig figürliche Darstellungen aus allen Epochen der Kunstgeschichte hat er zu einer Szenerie kombiniert, die weniger durch die einzelnen Arbeiten als durch ihre Inszenierung wirkt. Der Bogen reicht von altägyptischen Grabbeigaben über anatomische Modelle aus wissenschaftlichen Instituten bis zu Arbeiten von Zeitgenossen wie Christo, Tony Oursler oder Paul McCarthy.
Bis 31. Oktober, dienstags bis sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr, donnerstags bis 21.00 Uhr
Joan Miró in Budapest
Seine Motive zieren mittlerweile Kaffeetassen, Kosmetik-Verpackungen und Ikea-Möbel. Noch ein Jahr vor seinem Tod entwarf er das Logo für die Fußballweltmeisterschaft 1982. Der Katalane Joan Miró (1893-1983) gehört zu den Großen des 20. Jahrhunderts, dessen Werke auch über den Massen-Kommerz ins Bewusstsein des Publikums eingedrungen sind. Jetzt zeigt das Budapester Museum der Schönen Künste (Szépmüvészeti Múzeum) eine Auswahl von 48 Bildern, Plastiken und Druckgrafiken, die einen Eindruck von allen Schaffensperioden Mirós aus sieben Jahrzehnten verschaffen sollen. Der Schwerpunkt liegt auf den 1960er und 70er Jahren. Miró stand unter dem Einfluss des Surrealismus, Fauvismus und Kubismus. Die Exponate stammen aus der Sammlung des Nationalmuseums in Madrid und waren bisher in dieser Zusammenstellung nur in Bulgariens Hauptstadt Sofia und in Santiago de Chile zu sehen.
Bis 30. September, dienstags bis sonntags 10.00 bis 17.30 Uhr
Japanisches Porzellan aus zwei Jahrhunderten in Faenza
Herrlich verzierte Vasen, Teller und Figuren aus Japan stehen im Mittelpunkt einer großen Ausstellung im mittelitalienischen Faenza. Die Schau "Jiki. Japanisches Porzellan zwischen Orient und Okzident 1610-1760" vereint über 90 Exponate aus zwei Jahrhunderten. Die Schau verfolgt die Entwicklung des wertvollen Porzellans, von den Anfängen, als die Motive noch von China beeinflusst waren, über die Entwicklung eines eigenen Stils und den Höhepunkt der künstlerischen Entfaltung bis hin zu den eigens für Europa angefertigten Exportartikeln. Die Ausstellung im Museo Internazionale di Faenza ist in vier Sektionen unterteilt.
Bis 7. November, dienstags bis samstags 9.00 bis 19.00 Uhr, sonntags 9.30 bis 18.30 Uhr
Amerikanischer Impressionist Childe Hassam in New York
Die erste umfassende Retrospektive des amerikanischen Impressionisten Childe Hassam (1859-1935) seit über 30 Jahren präsentiert das Metropolitan Museum in New York. Zu sehen sind 120 Ölgemälde, Aquarelle und Pastellzeichnungen sowie 20 Drucke. Getreu Hassams Motto - "der Mensch bleibt der Nachwelt erhalten, der seine eigene Zeit malt und die Szenen des Alltags um ihn herum" - dominieren Porträts der Städte Boston, Paris und New York sowie nostalgische Interpretationen vom Landleben in Amerika und Europa. Zunehmend von der modernen Kunst um die Jahrhundertwende herausgefordert, verlegte sich Hassam stärker auf das Malen von Innenansichten und die Kirchen Neu-Englands. Auch eine große Flaggen-Serie wird ausgestellt.
Bis 12. September, sonntags und dienstags bis donnerstags 9.30 bis 17.30 Uhr, freitags und samstags 9.30 bis 21.00 Uhr