Zur Lage der Turkmenen im Irak
24. März 2003Moskau, 23.3.2003, WATAN, russ.
Erklärung des Koordinators für turkmenische Angelegenheiten des Internationalen Helsinki-Komitees, Jusup Kanoni, im Zusammenhang mit der Flucht von Turkmenen aus den Städten Arbil, Kirkuk und Mosul:
Wir sind besorgt und wenden uns wegen des großen Flüchtlinsstroms aus der Zone der Kampfhandlungen im Irak und wegen der Ankunft Hunderttausender hilfsbedürftiger Turkmenen aus dem Irak an der Grenze zur Türkei und zu Iran an die OSZE und andere internationale humanitäre Organisationen der UNO, an Human Rights Watch, Amnesty International, die Internationale Helsinki-Föderation sowie an die Regierungen der Türkei und des Iran.
Die Turkmenen im Irak werden seit langer Zeit verstärkt gewaltsam assimiliert. Das Unterrichten der turkmenischen Sprache wurde verboten. Das Saddam-Regime ermordete neben Führern der kurdischen und arabischen Opposition auch bekannte Vertreter der turkmenischen Intelligenzija im Irak. In der irakischen Verfassung von 1990 werden die Turkmenen nicht einmal erwähnt.
Heute haben die Turkmenen im Irak keine Hoffnung, von Turkmenistan Hilfe zu erhalten, wo ein anderer Diktator des Typs Saddam Hussein sitzt - Turkmenbaschi, dessen Pflicht es wäre, den Turkmenen im Irak humanitäre Hilfe zu leisten.
Wir erklären, dass wir schon bald in Schweden die erste internationale Menschenrechtskonferenz wegen der Ereignisse im Irak organisieren werden. Auf der Tagesordnung der Konferenz wird als eine der wichtigsten Fragen die dringende Hilfe für Flüchtlinge aus dem Irak stehen. Wir bitten die fortschrittliche Menschheit, unseren Aufruf zur Hilfe für die friedliche Bevölkerung im Irak zu unterstützen.
Jusup Kanoni, 22. März 2003 (MO)