Touristen müssen ab sofort Eintritt für Trevi-Brunnen zahlen
2. Februar 2026
Zwei Euro sind von diesem Montag an für den Zugang zu dem abgegrenzten Bereich direkt am Trevi-Brunnen fällig. Einwohner der italienischen Hauptstadt Rom müssen nicht zahlen.
Bisher war der Münzwurf über die Schulter ins Wasser des Trevi-Brunnens das einzige Geld, was Touristen los wurdenBild: Matteo Nardone/ipa-agency/picture alliance
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In Rom müssen Touristen erstmals Eintritt für den weltberühmten Trevi-Brunnen bezahlen. Die Behörden der italienischen Hauptstadt versuchen nach eigenen Angaben mit dieser Maßnahme, die Besucherströme an einem der wichtigsten Touristenmagnete Roms besser zu kanalisieren und Gedränge zu verhindern.
Bis zu 70.000 Personen pro Tag wollten den Trevi-Brunnen sehen (Archivfoto)Bild: Andrew Medichini/AP Photo/picture alliance
Das Wasserbecken im Herzen Roms gehört zu den Hauptattraktionen der Ewigen Stadt - weltberühmt etwa durch die Badeszene mit Anita Ekberg im Fellini-Klassiker "La dolce vita".
Mehr als zehn Millionen Besucher jährlich
Täglich besuchen Zehntausende Menschen den Brunnen für Fotos oder den traditionellen Münzwurf ins Wasser. Bereits seit etwa einem Jahr ist der Besucherandrang begrenzt: Maximal 400 Personen dürfen sich gleichzeitig am Becken aufhalten.
Rom: Was geschieht mit den Münzen im Trevi-Brunnen?
Mit der linken Hand über die rechte Schulter: Der Münzwurf in den berühmten Trevi-Brunnen in Rom soll Glück und Gesundheit versprechen. Doch was geschieht mit den Millionen von Münzen jedes Jahr?
Bild: Guglielmo Mangiapane/REUTERS
Barockes Meisterwerk
Rom, die Hauptstadt Italiens, begeistert mit einer unermesslichen Fülle an Kulturgütern wie dem Kolosseum, dem Forum Romanum oder der Vatikanstadt und zieht jährlich Millionen Touristen an. Eine Station darf bei einem Rom-Besuch auf keinen Fall fehlen: der Trevi Brunnen. Er gilt als der berühmteste Brunnen der Welt und der größte Italiens.
Bild: ALBERTO PIZZOLI/AFP via Getty Images
Einen Wurf entfernt vom Glück
Zu den wohl bekanntesten Traditionen zählt es, Münzen in den barocken Brunnen zu werfen. Er wurde einst von dem Architekten Nicola Salvi für Papst Clemens XII. geschaffen. Legenden rund um den Trevi-Brunnen besagen, dass es Glück bringt und eine sichere Rückkehr nach Rom garantiert, wenn man die Münzen mit der linken Hand über die rechte Schulter wirft.
Bild: Guglielmo Mangiapane/REUTERS
Massenweise Münzen
Die Münzen stapeln sich mehrere Tage, bevor sie herausgefischt werden. Im Jahr 2022 wurden ganze 1,4 Millionen Euro aus dem Brunnen gesammelt. Für das Jahr 2023 wurde mit einer noch höheren Summe gerechnet. Denn Rom ist mit 21 Millionen Touristen eine der meistbesuchten Städte der Welt. Doch was passiert mit den "Glücksmünzen"?
Bild: Guglielmo Mangiapane/REUTERS
Regelmäßige Reinigung
Das Herausholen der Münzen ist ein Spektakel, bei dem Arbeiter des regionalen Energieversorgers ACEA mit langen Besen und Saugschläuchen auf dem Rand des riesigen Barockbrunnens balancieren. Schilder rund um den Brunnen erklären, dass die Münzen für wohltätige Zwecke verwendet werden, die über die Hilfsorganisation Caritas verwaltet werden. Ein Gedanke, der viele Touristen freut.
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Mit einem Wunsch etwas Gutes tun
"Ich wollte mir etwas wünschen, das mir sehr am Herzen liegt", sagt Yula Cole aus Brasilien, nachdem sie eine Münze in den Brunnen geworfen hat. "Aber ich weiß auch, dass diese Münze nicht nur dort bleibt, sondern auch bedürftigen Menschen helfen wird. Ich habe mir etwas gewünscht, aber ich hoffe, dass dieses Geld hilft, auch die Wünsche anderer Menschen zu erfüllen."
Bild: Guglielmo Mangiapane/REUTERS
Einmal Legen und Föhnen
Zweimal pro Woche sammeln bis zu vier Arbeiter die Münzen ein, sagt Francesco Prisco, Manager bei ACEA. Der Brunnen wird zweimal im Monat zur Reinigung abgelassen."Die Sammel- und Reinigungsarbeiten werden so schnell wie möglich durchgeführt, um die Ausfallzeiten des Brunnens zu reduzieren", sagt er. In den Räumen der Caritas werden die Münzen auf einem Tisch mit einem Föhn getrocknet.
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Nicht nur Münzen
Es werden allerdings nicht nur Münzen aus dem Brunnen gefischt. Die Arbeiter haben bereits Schmuck, Zahnprothesen, religiöse Medaillen und sogar Nabelschnüre gefunden. Schilder am Brunnen warnen davor, die Münzen zu stehlen. So wurden schon Magnete verwendet, die an einer Stange befestigt waren, um die Münzen illegal zu angeln. Wer den Brunnen betritt, muss mit einer Geldstrafe rechnen.
Bild: Guglielmo Mangiapane/REUTERS
Alles für den guten Zweck
Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Antonella Rota arbeitet im Caritas Emporium. Der Supermarkt wird mit dem Geld des Trevi-Brunnens finanziert und richtet sich an Menschen mit geringem Einkommen. Viele Bedürftige sind froh, um diese erleichternde Möglichkeit und die Spenden der Touristen.
Bild: Guglielmo Mangiapane/REUTERS
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Im vergangenen Jahr wurden mehr als zehn Millionen Besucher gezählt mit Spitzenwerten von bis zu 70.000 Personen pro Tag. Das Ticket folge nun, um "der Überfüllung entgegenzuwirken, das Besuchererlebnis zu verbessern und eines der beliebtesten Monumente der Stadt zu schützen", hieß es aus Rom.
Die Einwohner von Rom müssen nicht zahlen
Das neue Zugangssystem gilt an den meisten Tagen der Woche von 9 bis 22 Uhr, nur montags und freitags von 11.30 bis 22 Uhr. An diesem Montag wurde eine Ausnahme gemacht: Der Eintritt begann bereits um 9 Uhr. Die große Piazza vor dem Brunnen bleibt weiterhin für alle frei zugänglich.
Die meisten Menschen wollen ein Selfie vor dem bekannten Brunnen machen (Archivfoto)Bild: Mauro Scrobogna/LaPresse/AP Photo/picture alliance
Die Zwei-Euro-Tickets kann man schon im Voraus online erwerben. Eine eigene Webseite auf Englisch und Italienisch ist dafür bereits seit einigen Tagen online.
Außerdem können die Tickets vor Ort am Eingang zum Brunnen mit Kreditkarte sowie an mehreren touristischen Informationsstellen gekauft werden. Einwohner von Rom müssen nichts bezahlen. Ausgenommen sind auch Menschen mit Behinderung und deren Begleitpersonen sowie Kinder unter sechs Jahren.
pg/se (dpa, Il Messaggero)
Italien: Geld aus Trevi-Brunnen in Rom hilft Menschen in Not